Hape Kerkeling kritisiert Online-„Stellvertreterbürgerkrieg“

Hape Kerkeling kritisiert Online-„Stellvertreterbürgerkrieg“
„Theoretisch wurde ich gelyncht”

Hape Kerkeling kritisiert Online-„Stellvertreterbürgerkrieg”

von dpa

14.06.2026, 18:41 Uhr

14. Juni 2026 um 18:41 Uhr

Hape Kerkeling ist als Komiker bekannt, doch er engagiert sich auch politisch. Das bringt ihm viel Hass ein. Doch viele Menschen wünschen sich ihn nun als Bundespräsident. Traut er sich das zu?

Der Komiker und Autor Hape Kerkeling beklagt eine massive Verrohung im Internet. „Theoretisch wurde ich im Netz schon gelyncht für all das, was ich gesagt habe“, sagte er in einem Podcast zum diesjährigen CSD in Leipzig, dessen Botschafter er ist. Solche Reaktionen bekomme er vor allem, seit er sich offen gegen Rechts positioniere. „Da tobt wirklich ein Stellvertreterbürgerkrieg, den wir Gott sei Dank auf den Straßen noch nicht ausfechten.“ Umso wichtiger sei es aber, seine Meinung zu sagen. 

Hape Kerkeling könnte sich vorstellen, Bundespräsident zu werden.

Hape Kerkeling könnte sich vorstellen, Bundespräsident zu werden. IMAGO/Matthias Wehnert

Der 61-Jährige ist vor allem für seine Kunstfigur Horst Schlämmer bekannt, sein Buch „Ich bin dann mal weg“ über eine Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg ist ein Bestseller und wurde verfilmt. Derzeit läuft eine Online-Petition „Hape Kerkeling als Bundespräsident“, die bis Samstagvormittag mehr als 47.000 Unterstützer hatte. Auf die Frage, ob er sich das höchste deutsche Staatsamt zutraue, sagte er nun: „Wenn ich so in die Welt schaue und mir angucke, wer in der Welt in führenden Positionen das Sagen hat, dann bin ich geneigt zu sagen: Ja, das traue ich mir zu.“ Dazu verwies er etwa auf die USA.

Kerkeling: „Privat bin ich eher eine zurückhaltende Type“

Kerkeling, der in Italien diskriminiert wurde, steht dieses Jahr dem Christopher Street Day (CSD) in Leipzig und dem brandenburgischen Golßen Pate. Der CSD sei neben einer großen Party vor allem ein Kampf um Bürgerrechte, betonte er. Die seien heute wieder in Gefahr. „Wir müssen deutlich sagen – alle miteinander, die Mehrheitsgesellschaft – dass wir Vielfalt wollen.“ Vielfalt sei gesund für die Gesellschaft und schaffe eine Gesellschaft auf Augenhöhe. Er sprach sich dafür aus, Rechte von queeren Menschen stärker im Grundgesetz zu verankern. 

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