Tödliche Katastrophe in der Schweiz
Brandopfer von Crans-Montana in Baden-Württemberg behandelt
Drei Verletzte werden nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana nun in Stuttgart und Tübingen medizinisch versorgt. Bundespräsident Steinmeier und Papst Leo XIV. zeigen sich bestürzt von der Katastrophe.
Die ausgebrannte Bar ist zur Spurensuche weiter abgesperrt
Foto: Jean-Christophe Bott / EPA
Drei der zahlreichen Brandopfer aus dem Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana werden in Baden-Württemberg behandelt. »Seitens des Marienhospitals Stuttgart kann ich bestätigen, dass ein Patient aufgenommen wurde und in unserem Haus intensivmedizinisch versorgt wird«, sagte eine Kliniksprecherin. Weitere Auskünfte wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erteilt.
Der Leiter Helikopter-Einsatz bei der Rega-Zentrale in Zürich, Philipp Simmen, hatte am Donnerstag bereits in der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten« angekündigt, dass ein Brandopfer im Marienhospital behandelt werden soll. »Wir haben einen Patienten, den wir voraussichtlich nach Stuttgart fliegen, damit der Patient dort eine möglichst gute Behandlung für seine Verletzungen erhält«, sagte Simmen.
Das Marienhospital ist seit 1983 ein Zentrum für Schwerbrandverletzte in Baden-Württemberg. Als schwerbrandverletzter Patient wird man laut der Homepage anfangs auf der operativen Intensivstation in klimatisierten Spezialräumen behandelt.
Ein Gebäude des Marienhospitals Stuttgart
Foto: Bernd Weißbrod / dpa
Auch die BG Klinik Tübingen hilft bei der medizinischen Versorgung. »Aufgrund der besonderen Expertise in der Schwerbrandverletzten-Versorgung wurde die BG Klinik Tübingen in den internationalen Hilfseinsatz eingebunden. Zwei schwer verletzte Personen wurden zur Behandlung in unsere Klinik aufgenommen«, sagte eine Sprecherin.
Die BG Klinik Tübingen sei auf die Versorgung einer großen Anzahl von schwer verletzten Personen, die zeitgleich die Klinik erreichen, vorbereitet und halte für diesen Fall jederzeit umfassende Ressourcen bereit. »Aus Gründen des Datenschutzes und des Schutzes der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen werden wir keine Angaben zum Gesundheitszustand einzelner Personen machen«, sagte die Sprecherin weiter.
Steinmeier kondoliert, Papst trauert
In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten zumeist jungen Feierenden etwa 40 Menschen ums Leben gekommen, 115 weitere wurden verletzt. Rund 80 von ihnen sollen sich Berichten zufolge im kritischen Zustand befinden. Die meisten Schwerletzten sind im Alter von 16 bis 26 Jahren. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück aus.
Unter den Verletzten der Brandkatastrophe ist auch ein Nachwuchsspieler des französischen Fußball-Erstligisten FC Metz. Nach Angaben des Klubs wurde der 19 Jahre alte Tahirys Dos Santos mit schweren Verbrennungen per Hubschrauber nach Deutschland geflogen, wo er derzeit behandelt wird.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin nach der tödlichen Brandkatastrophe in Crans-Montana kondoliert. Er zeigte sich bestürzt über das Unglück, bei dem viele Menschen ums Leben gekommen seien. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. »Wir teilen die Trauer und den Schmerz in diesen schweren Stunden«, schrieb Steinmeier. Den Verletzten wünschte er eine rasche und vollständige Genesung und sprach »allen Schweizerinnen und Schweizern, auch im Namen meiner Landsleute« seine aufrichtige Anteilnahme aus.
Auch Papst Leo XIV. trauert um die Opfer. Er bekunde den Angehörigen sein Mitgefühl, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Telegramm an den Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey. Das Kirchenoberhaupt hoffe auf Trost aller von diesem Drama betroffenen Menschen.
Unter den Opfern sind zahlreiche Touristen. Frankreich und Italien haben Opfer bestätigt. Ob Deutsche betroffen sind, ist noch offen. Das Auswärtige Amt steht in Kontakt mit den Schweizer Behörden. Die Identifizierung der Toten dauere an, sagte ein Polizeisprecher.



