In Frankreich sind bei zwei Lawinenunglücken insgesamt drei Menschen gestorben. Bei einem Lawinenabgang in Arêches-Beaufort wurden Skifahrer abseits der Piste verschüttet, wie die Behörden mitteilten. Ein Mensch habe nicht wiederbelebt werden können, ein weiterer sei mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden.
Bei einem weiteren Lawinenabgang im französischen Val d’Isère sind zwei Skifahrer gestorben, die ebenfalls abseits der Piste unterwegs waren, wie Medien unter Berufung auf das Tourismusbüro des Skiorts berichten. Demzufolge wurden die zwei Menschen unter zweieinhalb Metern Schnee verschüttet.
Mitglieder ihrer Gruppe, die auf der Piste geblieben waren und auf ihre Rückkehr warteten, alarmierten demnach die Rettungskräfte. Diese konnten die Verunglückten den Angaben zufolge jedoch nicht mehr wiederbeleben. Die zwei Toten hätten nur dank ihrer Mobiltelefone geortet werden können.
Nach den jüngsten Schneefällen ist die Lawinengefahr in weiten Teilen der Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde vielerorts die Gefahrenstufe »Groß« ausgerufen. Es handelt sich um die zweithöchste von fünf Warnstufen.
Gefahrenstellen selbst für erfahrene Sportler kaum erkennbar
Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht »erhebliche« Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handelt es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet wurden. Lawinen können dann schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.
In Österreich müsse auch im Westen Tirols und in Vorarlberg mit solchen spontanen Lawinen gerechnet werden, hieß es von den Warndiensten des Alpenlandes. »Die Gefahrenstellen sind zahlreich und auch für Geübte kaum zu erkennen«, so Tiroler Fachleute, die wie ihre bayerischen Kollegen vor großen Lawinen warnen. »Große Vorsicht und Zurückhaltung sind nötig«, hieß es.
Die aktuellen Gefahrenkarten zeigen auch vom Osten bis zum französischsprachigen Westen der Schweiz und weit nach Frankreich hinein ein rotes Band mit hoher Risikostufe. Für Skiwanderer und andere Tiefschnee-Wintersportler seien die Verhältnisse im ungesicherten Gelände abseits der Pisten »sehr kritisch«, hieß es vom Schweizer Warndienst SLF.
Die Lawinenlageberichte dient nicht nur Bewohnern alpiner Gebiete, sondern vor allem auch Wintersportlern wie Skitourengehern zur Einschätzung der weißen Gefahr. Er hat fünf Stufen, die von gering über mäßig und erheblich bis zu groß und sehr groß reichen. Auch bei den zwei untersten Stufen ist Vorsicht geboten: Mehr als ein Drittel aller Lawinentoten ist diesen Risikolagen zuzurechnen.
Lesen Sie hier , auf welche Alarmsignale man bei Lawinengefahr achten sollte.



