BILD exklusiv: Deutschland schickt Soldaten nach Grönland!
Noch in dieser Woche sollen laut BILD-Information erste Soldaten nach Grönland geschickt werden
Nuuk/Berlin – Jetzt geht plötzlich alles ganz schnell: Deutschland wird nach BILD-Informationen noch in dieser Woche erste Soldaten nach Grönland schicken!
Wie BILD aus mehreren Quellen in Deutschland und Skandinavien bestätigt wurde, soll zunächst ein Vorabtrupp aus einigen Bundeswehrangehörigen geschickt werden. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte gegenüber BILD, er könne das weder bestätigen, noch dementieren.
Doch BILD erfuhr: Noch am Donnerstag könnte es losgehen. Aus Kreisen der Bundesregierung und aus dem Bundestag hieß es, dass am Donnerstag ein erster Erkundungstrupp startet. Dänemark hatte am Dienstag angekündigt, seine eigene Präsenz deutlich zu verstärken. Und: andere europäische Nato-Partner würden mitziehen.
Erst nachdem BILD seine Recherchen veröffentlicht hatte, meldete das Verteidigungsministerium am Mittwochabend doch noch:
- „Auf Einladung Dänemarks wird sich Deutschland vom 15. bis 17. Januar 2026 gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen an einer Erkundung in Grönland beteiligen.“
- Und weiter: „Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.“
- Und los geht es, wie von BILD gemeldet, am Donnerstag: „Die Bundeswehr wird dazu morgen früh mit einem Airbus A400M Transportflugzeug ein Erkundungsteam mit 13 Bundeswehrangehörigen nach Nuuk in Grönland entsenden. Die Erkundung vor Ort wird zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden.“
Offiziell sind es Nato-Länder aus Europa, die die Präsenz auf Grönland ausbauen. Doch nach BILD-Informationen wird der Einsatz von Kopenhagen aus koordiniert – und NICHT über die Nato-Strukturen. Grund: Die nordischen Staaten in der Nato – also auch Grönland – unterstehen dem Nato-Kommando in Norfolk in den USA. Der Einsatz soll aber ohne die USA laufen. In Deutschland seien das Verteidigungsministerium und federführend das Kanzleramt beteiligt.
Nach BILD-Informationen kämen neben einer Ausbildungsmission der Gebirgsjäger vor allem die Marine und die Luftwaffe infrage. So wird Grönland seit Längerem als Stationierungs- oder Einsatzort für die neuen Seefernaufklärer „Poseidon“ (erste kam im November) in Erwägung gezogen.
Nun sollen zunächst Offiziere und Logistiker erkunden, welchen Beitrag die Bundeswehr tatsächlich im Rahmen einer gemeinsamen Mission von EU-Armeen leisten kann.
Der Chef-Verteidigungspolitiker der Union, Thomas Erndl (51, CSU), sagte auf BILD-Anfrage am Abend: „Eine internationale Übungstätigkeit mit deutscher Beteiligung auf Grönland kann ich mir vorstellen. Dies würde die Leistungsfähigkeit der Nato unterstreichen, auch kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen, um mögliche externe Aggressoren abzuschrecken und das Gebiet der Allianz zu schützen.“
Aus Schweden sind schon erste Soldaten unterwegs – zunächst für eine Übung. „Einige Offiziere der schwedischen Streitkräfte treffen heute in Grönland ein. Sie gehören zu einer Gruppe aus mehreren verbündeten Ländern“, schrieb Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson am Mittwoch auf X. „Gemeinsam sollen sie die nächsten Schritte im Rahmen der dänischen Übung ‚Operation Arctic Endurance‘ vorbereiten. Auf Anfrage Dänemarks entsendet Schweden Personal der Streitkräfte.“
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (65) hatte in einem Gastbeitrag für die „Zeit“ gefordert, die Nato solle Grönland schützen und die Region ringsherum vor dem Zugriff Russlands und Chinas. Schon das: Ein Hinweis darauf, dass in Berlin die Bereitschaft besteht, Truppen zu schicken – nicht nur wegen China und Russland. Vor allem, um US-Präsident Trump (79), der Grönland annektieren will, beim Schutz der Arktis entgegenzukommen.
Dem Sicherheitsinteresse der US-Seite und „den legitimen Interessen der USA“ sei mehr gedient, wenn Nato-Staaten die „Sicherheit in Arktis und im Nordatlantik“ gemeinsam schützen. „Alleingänge sind die schlechtere Alternative und gefährden den Fortbestand der Nato“, erklärte der SPD-Politiker. Indes sendet Europa ein erstes Stoppsignal an Trump: Dänemark kündigte an, seine Militärpräsenz auf Grönland auszubauen. Frankreich will ein Konsulat eröffnen.
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