Will ihn fördern wie Orbán & Co.

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U18-Nationalspieler Matteo Palma wechselte am Mittwoch leihweise aus dem Tabellenmittelfeld der italienischen Serie A in den Abstiegskampf der Serie B – von Udinese Calcio zu Sampdoria Genua. Beim früheren Top-Klub soll der 17 Jahre alte Innenverteidiger mehr Spielpraxis sammeln als die 371 Minuten, die er in Liga und Pokal für die Zebrette (kleine Zebras) auf dem Feld stand. Gegenüber Transfermarkt erklärte Kosta Runjaić, der seit Sommer 2024 Trainer bei Udinese ist, den Plan mit dem noch bis 2027 vertraglich gebundenen Palma.
„Wir haben Matteo für die nächsten sechs Monate an Sampdoria verliehen, weil wir langfristig mit ihm planen. In der Serie B wird er voraussichtlich mehr Spielzeit bekommen, als das für einen 17-Jährigen in einer der vier besten Ligen der Welt aktuell möglich wäre“, sagte Runjaić auf Nachfrage.
Bei den Furlanern besteht die Konkurrenz in der Dreierkette etwa aus dem mit 20 Millionen Euro Marktwert taxierten Oumar Solet (25), Thomas Kristensen (23), Nicolò Bertola (22) und Routinier Christian Kabasele (34), die allesamt schon über 1.000 Spielminuten aufweisen. Bei Sampdoria ist Palma mit 5 Mio. Euro Marktwert, seit Sommer verfünffacht, der wertvollste Spieler im Kader neben dem ebenfalls von Udinese geliehenen Simone Pafundi. Der 19-Jährige stand als zweiter Stürmer zuletzt regelmäßig in der Startelf. Im Abwehrzentrum gehört unter anderem der frühere Hamburger Dennis Hadzikadunic (27) zu seinen Rivalen.
So will Kosta Runjaić Matteo Palma mittelfristig fördern
Runjaić traut Palma zu, sich bei Sampdoria durchzusetzen und danach gestärkt in sein Team zurückzukehren – eine Kaufoption ist nicht Teil der Vereinbarung. „Matteo bringt viel mit: eine schnelle Auffassungsgabe, robuste Athletik und ein sauberes Passspiel“, sagt der gebürtige Wiener. Entscheidend für die weitere Entwicklung seien nun „Geduld und Beharrlichkeit – er steht ganz am Anfang seines Weges. Gemeinsam werden wir ihn Schritt für Schritt zum Profi entwickeln.“
Der frühere Coach von Legia Warschau, Pogon Stettin, 1860 München und 1.FC Kaiserslautern verwies auf seine Vergangenheit, in der er großen Talenten zum nächsten Schritt verhalf: „Ich habe überall, wo ich gearbeitet habe, jungen Spielern Chancen gegeben und sie auf ihrem Weg zum Profitum begleitet – ob bei Willi Orbán und Kerem Demirbay in Kaiserslautern oder Florian Neuhaus und Felix Uduokhai bei 1860 München. Bei Matteo Palma wird es nicht anders sein.“
In Italien ist das Verhältnis zum frühen Einsatz junger Spieler oftmals noch etwas konservativer als etwa in der Bundesliga oder der Ligue 1, auch wenn das Klischee nicht mehr so zutrifft wie noch vor einigen Jahren. Davon lässt sich Runjaić laut eigener Aussage aber nicht beeinflussen: „Ich vertraue jungen Spielern und gebe ihnen ihre Chancen. Gerade bei jungen Talenten geht es darum, sie optimal vorzubereiten – physisch, taktisch und mental. Jeder entwickelt sich unterschiedlich, deshalb achten wir genau auf Leistungsstand und körperliche Voraussetzungen. Ein behutsamer Aufbau hilft ihnen, ihr Potenzial langfristig auszuschöpfen.“
Das soll nun auch bei Palma der Fall sein, der als eines der größten deutschen Abwehrtalente gilt – aber künftig auch für die italienische Nationalmannschaft auflaufen könnte. Auf seine eigenen Ziele angesprochen, hatte der gebürtige Berliner jüngst der „Bild“ im Interview gesagt: „Längerfristig will ich persönlich verletzungsfrei bleiben, mich mit Spaß weiterentwickeln und irgendwann natürlich auch Titel gewinnen. Bestenfalls möchte ich auch in der Champions League und bei einer WM spielen. Das sind riesige Träume, die man sich hart erarbeiten muss – dazu bin ich aber bereit.“



