Nach dem verheißungsvollen Auftakt haben die deutschen Tennisprofis bei den Australian Open am zweiten Turniertag ausschließlich Enttäuschungen erlebt. Tatjana Maria, Ella Seidel und Daniel Altmaier schieden in Melbourne allesamt in der ersten Runde aus.
Vor allem Altmaier erlebte gegen den Kroaten Marin Čilić beim 0:6, 0:6, 6:7 (3:7) ein Debakel. In den ersten beiden Sätzen zeigte der 27-Jährige gegen den US-Champion von 2014 eine desolate Leistung.
Daniel Altmaier war in den ersten beiden Sätzen chancenlos
Foto: Frank Molter / dpa
Die größte Chance, Alexander Zverev und Yannick Hanfmann in die zweite Runde zu folgen, hatte Ella Seidel. Am Ende verlor die 20 Jahre alte Hamburgerin gegen die Russin Oxana Selechmetjewa aber 3:6, 6:3, 0:6 und muss damit weiter auf ihren ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier warten. Zuvor war bereits Tatjana Maria durch ein 3:6, 5:7 gegen die Kroatin Petra Marčinko ausgeschieden.
Altmaier zwei Sätze lang vorgeführt
Altmaier war gegen Cilic zwei Sätze lang von der Rolle. Der Davis-Cup-Profi wurde vom 37 Jahre alten Kroaten vorgeführt und zeigte kaum Gegenwehr. Erst nach 69 Minuten konnte Altmaier zum 1:1 im dritten Satz das erste Aufschlagspiel gewinnen. Danach begegnete er Cilic auf Augenhöhe und hätte fast einen vierten Satz erzwungen. Im Tiebreak leistete sich Altmaier dann aber zu viele Fehler und schied aus.
Seidel mit den Nerven am Ende
Seidel erwischte gegen Selechmetewa eigentlich einen guten Start und lag schnell ein Break vorn. Danach leistete sich die Norddeutsche aber zu viele vermeidbare Fehler und gab den ersten Satz ab. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch im zweiten Satz drehte sich die Partie abermals zugunsten der Russin.
Ella Seidel gewann immerhin ihren ersten Satz in Melbourne
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Bereits kurz vor dem Ende kamen Seidel auf der Bank die Tränen. »Sie wirkt hier wirklich ganz verzweifelt – sie steht neben sich«, analysierte die frühere Bundestrainerin Barbara Rittner den Entscheidungssatz bei Eurosport.
Marias Traum vom Doppel mit der Tochter
Maria gab gegen Marčinko im zweiten Satz eine 5:3-Führung noch aus der Hand. Die 38-Jährige hat in Melbourne in ihrer langen Karriere nur viermal die zweite Runde erreicht.
Dennoch will sie weiter nach Australien kommen – zumindest für zwei weitere Jahre. Denn 2028 wird ihre Tochter Charlotte 14 Jahre alt und darf dann auf der WTA-Tour spielen. »Unser Ziel ist es, einmal ein Doppel zusammen zu spielen. Und ich hoffe, dass es dann in zwei Jahren klappt«, sagte Maria.
Kanadische Probleme
Immer wieder leiden Tennisprofis in Melbourne unter den äußeren Bedingungen. In einer kuriosen Häufung erwischte es binnen weniger Stunden gleich drei Kanadier. Während Liam Draxl trotz Krämpfen im zweiten Satz bei seiner Niederlage gegen Damir Džumhur wenigstens noch durchspielen konnte, musste Félix Auger-Aliassime, die Nummer acht der Welt, frühzeitig aufgeben. Auch Marina Stakusic konnte ihr Match wegen Krämpfen nicht zu Ende spielen – und musste im Rollstuhl vom Platz gefahren werden.
Trio um Lys am Dienstag im Einsatz
Am Dienstag haben Eva Lys, Laura Siegemund und Jan-Lennard Struff noch die Chance, die deutsche Bilanz in Melbourne aufzubessern. Lys spielt gegen die Rumänin Sorana Cîrstea, Siegemund bekommt es mit der Usbekin Ljudmila Samsonowa zu tun. Struff spielt gegen den Tschechen Vit Kopřiva.
Zverev hat seinen zweiten Einsatz am Yarra River erst wieder am Mittwoch gegen den Australier Alexei Popyrin oder den Franzosen Alexandre Müller. Hanfmann trifft dann auf den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz aus Spanien.



