Am Samstag war ich beim Topspiel der Bayern in Leipzig vor Ort – die Glück hatten, dass sie zur Pause gegen ein bullenstarkes RB-Team nur 0:1 zurücklagen. Was dann passierte, sagte Red Bulls Technischer Direktor Mario Gomez schon in der Pause voraus: „Jetzt werden sie uns richtig laufen lassen.“ Und genau so kam es auch!
Vincent Kompany machte alles, was man sich von einem herausragenden Trainer wünscht: Er stellte um, wechselte aus und entfesselte die ganze Wucht seiner Spieler. Am Ende siegte Bayern 5:1, drehte genau wie eine Woche zuvor beim 8:1 gegen Wolfsburg beeindruckend auf.
Auf dem Weg nach Hause verfolgte ich dann das genaue Gegenteil bei unseren EM-Handballern. Nach einem starken 17:13 zur Pause gegen Serbien lief beim Team von Alfred Gislason alles schief – auch beim Bundestrainer selbst.
Kein klarer Plan, keine klare Führung, fehlende Wechsel, dazu der Timeout-Buzzer-Bock beim Tor von Knorr zum 26:26-Ausgleich, das dann nicht zählte. Am Ende 27:30 vergeigt und blamiert.
Rausgehen, Warmmachen, Weiterkommen. Es geht um ALLES!
Folge: Für Gislason geht es heute um ALLES! Kommt die Mannschaft gegen Spanien (20.30 Uhr live ZDF/Dyn) nicht weiter in die Hauptrunde, ist der Bundestrainer geliefert. Bei einem EM-Aus in der Vorrunde wäre ein Weiter so ein Jahr vor der Heim-WM 2027 trotz Vertrags unmöglich. Zumal nach dem Sieg von Österreich gegen Serbien (26:25) schon ein Unentschieden im letzten Vorrundenspiel reicht.
Die gute Nachricht: Wirklich alle sind sich einig, dass das Team das Potenzial hat, nicht nur gegen Spanien zu bestehen, sondern danach auch die Medaillen anzugreifen. Gislason braucht nur (wieder) den Trainer-Punch von Kompany. Rausgehen, Warmmachen, Weiterkommen. Es geht um ALLES!



