Bei Rede in Davos: Emmanuel Macron fordert EU-„Handels-Bazooka“ gegen Trump

Bei Rede in Davos: Emmanuel Macron fordert EU-„Handels-Bazooka“ gegen Trump

Sonnenbrillen-Rede in Davos: Macron fordert „Handels-Bazooka“ gegen Trump

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) am Dienstag in Davos

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) am Dienstag in Davos

Davos – Der Saal ist ruhig, die Kameras laufen. Emmanuel Macron tritt ans Rednerpult – mit verspiegelter Sonnenbrille. Was zunächst irritiert, entpuppt sich Minuten später als Nebensache. Denn der französische Präsident hält keine freundliche Davos-Rede, sondern eine Kampfansage an die USA.

Im Streit um Grönland wirft Macron den Vereinigten Staaten „neuen Kolonialismus“ vor – und geht frontal auf US-Präsident Donald Trump (79) los. Dessen angedrohte Strafzölle bezeichnet Macron als inakzeptables Machtinstrument gegen Europa.

Wörtlich sagt der französische Präsident: „Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten durch Handelsabkommen, die unsere Exportinteressen untergraben, maximale Zugeständnisse verlangen und offen darauf abzielen, Europa zu schwächen und zu unterwerfen, verbunden mit einer endlosen Anhäufung neuer Zölle, die grundsätzlich inakzeptabel sind, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden.“

EU-„Handels-Bazooka“ gegen Trump?

Macron fordert nun den Einsatz der schärfsten wirtschaftspolitischen Waffe der EU: des Gesetzes zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung – besser bekannt als Handels-Bazooka. Seine klare Ansage: „Europa verfügt heute über sehr wirksame Instrumente, und wir müssen sie einsetzen, wenn wir nicht respektiert werden und wenn übrigens das gesamte Spiel nicht respektiert wird.“

Brisant: Macron nennt es selbst „verrückt“, dass dieses Instrument erstmals gegen die USA eingesetzt werden könnte.

Auslöser der Eskalation sind Trumps jüngste Drohungen, neue Strafzölle gegen Europa zu verhängen. Hintergrund ist der geopolitische Streit um Grönland, das die USA als strategisch und sicherheitspolitisch entscheidend ansehen. Auch Deutschland drohen weitere US-Zusatzzölle ab 1. Februar, zunächst um 10 Prozent.

Hier stellt Trump Macron bloß: „Niemand braucht ihn!“

Quelle: AP

Trump hatte mehrfach signalisiert, wirtschaftlichen Druck auszuüben, sollte Europa US-Interessen blockieren. Für Macron ist das eine rote Linie: Zölle als politisches Druckmittel gegen territoriale Souveränität.

Neben der Attacke auf Washington spart Macron nicht mit Kritik an Europa. Angesichts globaler Krisen, Kriege und wachsender Instabilität müsse die EU enger zusammenrücken und ihre wirtschaftliche Stärke ausbauen.

Seine nüchterne Einschätzung: „Europa ist langsam, das stimmt.“ Gleichzeitig betont Macron die europäischen Grundwerte – Rechtsstaatlichkeit und Verlässlichkeit – als klaren Gegenentwurf zur harten Wettbewerbspolitik der USA.

Die Sonnenbrille sorgte in Davos für Spekulationen. Die Erklärung ist simpel: Macron leidet seit mehreren Tagen an einer Augenentzündung. Die Brille sollte seine Augen vor grellem Licht schützen.

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