Die BILD-Analyse: So will Trump Grönland jetzt bekommen

Die BILD-Analyse: So will Trump Grönland jetzt bekommen

„Ein Stück Eis zum Schutz der Welt“: So will Trump Grönland jetzt bekommen

Der 79-jährige US-Präsident während seiner Rede in Davos

Der 79-jährige US-Präsident während seiner Rede in Davos

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Aufatmen auf beiden Seiten des Atlantiks. Zumindest, wenn man US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage glauben kann. Der erklärte am Mittwochnachmittag im schweizerischen Davos, er werde „keine Gewalt anwenden“, um Grönland zu bekommen.

Wörtlich erklärte Trump: „Wir werden wahrscheinlich nichts bekommen, es sei denn, ich entscheide mich, übermäßige Stärke und Gewalt einzusetzen – dann wären wir, ehrlich gesagt, nicht aufzuhalten –, aber das werde ich nicht tun.“

Eine Ankündigung, die er selbst als die wichtigste Nachricht des Tages verkauft. Trump erklärte: „Das war wahrscheinlich die größte Aussage, die ich gemacht habe, weil die Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden. Ich muss keine Gewalt anwenden. Ich will keine Gewalt anwenden. Ich werde keine Gewalt anwenden. Alles, worum die Vereinigten Staaten bitten, ist ein Ort namens Grönland.“

Das Trump Grönland-Versprechen im Wortaut: „Ich werde keine Gewalt anwenden“

Quelle: Reuters

Doch ausgestanden ist die Sache noch lange nicht. Die ominöse Drohung des Präsidenten: „Wir wollen ein Stück Eis zum Schutz der Welt. Ihr könnt ja sagen – dann wären wir sehr dankbar. Ihr könnt Nein sagen – und wir werden uns daran erinnern.“

Sein bekanntes Hauptargument, das er in Davos erneut wiederholte: Grönland sei für die „nationale Sicherheit“ der USA unersetzlich. „Alles, was wir von Dänemark wollen, ist dieses Land, auf dem wir den besten ‚Golden Dome‘ aller Zeiten bauen werden“, so Trump. Wonach er frage, sei „ein Stück Eis – kalt und schlecht gelegen, das eine zentrale Rolle beim Schutz der Welt spielen kann“.

Trump nannte Grönland so oft „Stück Eis“, dass er es schließlich mehrmals „Eisland“ nannte, was im Englischen dasselbe wie „Island“ – „Iceland“ – bedeutet. Dabei handelt es sich bei Grönland keinesfalls um Eis, sondern um eine massive Landmasse von der sechsfachen Größe Deutschlands – oder einem Fünftel der Größe der USA.

Trotzdem dürften Trumps Worte erst einmal die Gemüter beruhigen. Zwar nannte der US-Präsident ungezählte, teils wilde, Argumente, warum er Grönland haben wollte. Letztlich stellte er es Dänemark und den Europäern jedoch frei, ihm das Land auszuhändigen. Wenn auch unter dem Druck von bald eintretenden Strafzöllen.

Spannend: Obwohl Trump erneut betonte, er wolle Grönland „erwerben“ – nicht etwa annektieren –, machte er keine Angaben zu einem möglichen Preis, den die USA bereit seien zu zahlen. Allerdings verkündete der Präsident: „Und das ist der Grund, warum ich sofortige Verhandlungen anstrebe, um erneut über den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten zu sprechen.“

Zugleich erteilte er Angeboten, die Zahl des US-Militärs auf der dänischen Insel von 150 auf 15.000 zu verhundertfachen, während das Gebiet dänisch bleibe, erneut eine Absage. Trumps eigentümliches Argument: „Man braucht das Eigentum, um es zu verteidigen. Man kann es nicht verteidigen, wenn man es nur gepachtet hat.“

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