Discounter: Aldi Süd streicht Hunderte Stellen in Deutschlandzentrale

Discounter: Aldi Süd streicht Hunderte Stellen in Deutschlandzentrale

Discounter: Aldi Süd streicht Hunderte Stellen in Deutschlandzentrale

Der Discounter baut Arbeitsplätze in der Deutschlandzentrale ab. Von den 2000 Stellen dort könnte ein Viertel wegfallen. Der Grund: Eine Holding in Salzburg bekommt mehr Macht.Florian Kolf 23.01.2026 – 13:01 Uhr aktualisiert
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Zentrale von Aldi Süd in Mülheim: Der Discounter baut Stellen ab. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Düsseldorf. In der Deutschlandzentrale von Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr fallen in den kommenden Jahren mehrere Hundert Stellen weg. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage am Freitag.

Eine konkrete Zahl nannte das Unternehmen nicht. Betroffen sind dem Vernehmen nach bis zu 500 Arbeitsplätze. Die Umstrukturierung betrifft insbesondere Bereiche wie die Personalabteilung und die Buchhaltung.

Im Einkauf werden auch Stellen abgebaut, wie Aldi bestätigte. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.

Der Prozess hat bereits im vergangenen Jahr begonnen. Zu den Gründen äußerte sich der Konzern nicht konkret. Es sei Teil der DNA von Aldi Süd, Strukturen und Prozesse kontinuierlich zu überprüfen und – wo sinnvoll – anzupassen, teilte eine Sprecherin mit. Darüber hinaus wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

In Unternehmenskreisen hieß es, dass es bei dem Stellenabbau nicht um betriebsbedingte Kündigungen gehe. Die Reduzierung des Personalbestands solle über natürliche Fluktuation und freiwillige Vereinbarungen erreicht werden.

Neue Aldi-Holding in Salzburg greift stärker durch

Ein Grund für die Reduzierung der Stellen in Mülheim ist die stärkere Konzentration von Konzernfunktionen auf die internationale Holding von Aldi Süd in Salzburg. Dort werden viele Tätigkeiten gebündelt, die vorher von den einzelnen Landesgesellschaften separat ausgeführt wurden.

Im vergangenen Jahr hat der Händler in Salzburg ein neues „Executive Board“ installiert, das deutlich umfangreichere Kompetenzen erhalten hat und auf entscheidenden Positionen neu besetzt wurde. So wurde der erfolgreiche US-Chef Jason Hart auf den Posten des Chief Operating Officer in die Zentrale geholt. Als neuen Einkaufschef hat Aldi Thomas Udesen von der Bayer AG abgeworben.

Besonders deutlich wird die neue Zentralisierung im Einkauf. Gegenüber Lieferanten hat das Unternehmen schon im vergangenen Jahr kommuniziert, dass der größte Teil des Einkaufs künftig aus Salzburg gesteuert wird. Dabei geht es um eine Harmonisierung der Sortimente und der Verpackungen über die Länder hinweg, gerade bei den Eigenmarken. Ziel ist aber auch, mit größeren Einkaufsmengen bei den Lieferanten bessere Preise zu erzielen.

Ähnliche Abbauprogramme wie jetzt in Deutschland hat es deshalb analog schon in zahlreichen anderen Landesgesellschaften gegeben. Neben der Zentralisierung ist die Auslagerung von Bereichen für den Stellenabbau verantwortlich: So beschäftigt Aldi zunehmend Dienstleister für Aufgaben, die vorher von eigenen Mitarbeitern in der Zentrale verantwortet wurden. Das betrifft zum Beispiel die Personalabteilung.

In der Deutschlandzentrale von Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr sind 2000 Menschen beschäftigt, bundesweit sind es 50.000. Der Discounter betreibt hierzulande rund 2000 Filialen und gehört zu den größten Lebensmittelhändlern des Landes.

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Mit Material von dpa.

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