Fußball-Bundesliga: Borussia Dortmund siegt auch bei Union Berlin und festigt Platz zwei

Fußball-Bundesliga: Borussia Dortmund siegt auch bei Union Berlin und festigt Platz zwei
Schön sieht das nicht aus, aber es wirkt: Dortmunder Fußball bei Union Berlin

Schön sieht das nicht aus, aber es wirkt: Dortmunder Fußball bei Union Berlin


Foto:

Soeren Stache / dpa


Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.

Szene des Spiels: Borussia Dortmund ist die beste Bundesligamannschaft der ersten 45 Minuten in dieser Spielzeit, besser als die Bayern. Aber auch in einer ersten Halbzeit klappt nicht immer alles für den BVB: Kurz nach der 1:0-Führung hatten gleich drei Dortmunder Stürmer das 2:0 auf dem Fuß, erst vergab Felix Nmecha, dann Serhou Guirassy, letztlich Fabio Silva. Eine Ahnung von Spektakel, ein Hauch nur, der diesen sonstigen Abend der Frugalität anwehte. Das Spiel wäre nach zwölf Minuten mutmaßlich entschieden gewesen, so wurde noch eine Weile weitergezittert. Oder gehofft. Je nach Standpunkt.

Ergebnis des Spiels: Der BVB setzt seine Serie der prosaischen Erfolge fort und gewinnt bei Union Berlin 3:0 (1:0). Und mag der Fußball von Trainer Niko Kovač auch nicht jedem gefallen: Ein Blick auf die Ergebnistafel verbietet jegliche Kritik. Dortmund hat zwölf von 19 Saisonspielen gewonnen, nur gegen die Bayern verloren. Langsam geht auch den Kritikern das Pulver aus.

Die erste Halbzeit: Wenn Union-Fußball auf Kovač-Fußball trifft, kommt so etwas heraus: Kein Brimborium, kein Budenzauber, kein Chichi, stattdessen Fußball, der fast komplett auf nüchterne, man kann auch sagen, ernüchternde Effizienz ausgerichtet ist. Und in dieser Hinsicht findet fast jeder Klub seinen Meister in dieser Saison in Borussia Dortmund. Schon nach neun Minuten war der Grundstein für den nächsten schmucklosen BVB-Erfolg gelegt, als Kapitän Emre Can einen Foulelfmeter zur Gäste-Führung verwandelte. Ein Foul des herausstürzenden Union-Torwarts Frederik Rönnow an BVB-Stürmer Serhou Guirassy war dem vorausgegangen, klare Sache. Man ist heutzutage über jeden Elfmeter froh, der nicht debattiert werden muss.

Die zweite Halbzeit: Sie war acht Minuten erst alt, da war die Partie dann doch gelaufen. Einen Eckball köpfte Nico Schlotterbeck ins Tor. So pragmatisch zu treffen, das muss er bei seiner Zeit bei Union Berlin gelernt haben. Er wollte danach auch nicht jubeln, wegen seines Ex-Vereins. Das ist angesichts dessen, dass Schlotterbeck seit fünf Jahren nicht mehr bei Union spielt und ohnehin nur 16 Partien für die Köpenicker absolviert hat, leicht kokett. Aber was solls? Maximilian Beier beendete sechs Minuten vor Abpfiff mit dem 3:0 alle Restzweifel.

Emre Can bejubelt sein Führungstor

Emre Can bejubelt sein Führungstor


Foto: Ebrahim Noroozi / AP

Spieler des Spiels: Emre Can ist seit 2020 Dortmunder, ein Vereinstreuer unter all denen, die beim BVB kommen und gehen. Er hat es nicht leicht, den Weg tief ins Herz des schwarzgelben Publikums zu finden, für den Weg in die Stammformation gilt ähnliches. Kein Schönspieler, zugleich keiner, der jeden Zweikampf, jedes Laufduell besteht. Aber eines kann man sagen: Er ist immer voll dabei. Und Elfmeter schießen, das kann er.

Koan Loddar: Das Topspiel am Samstagabend ist seit Jahr und Tag die Domäne von Sky-Experte Lothar Matthäus. An diesem Samstag musste er aber aussetzen, weil er über die Woche einen Skiunfall gehabt hatte und an der Schulter operiert werden musste. Mit dem Arm in der Schlinge war der Unverwüstliche zwar schon wieder vor der Kamera, die Reise nach Köpenick kam aber dann doch noch zu früh. So vertrat ihn vor Ort sein Kompagnon Didi Hamann, und Berlins Präsident Dirk Zingler spendierte ein Union-Sondertrikot mit dem Namen Matthäus auf dem Rücken. Mit besten Genesungswünschen.

60 Jahre, und kein bisschen weise: 60 Jahre besteht der 1. FC Union jetzt, in dieser Woche wurde Geburtstag gefeiert. Kapitän Christopher Trimmel unterschrieb zu diesem Anlass vor 4000 Fans die Verlängerung seines Vertrages. Die Schlosserjungs aus Oberschöneweide, die vor jedem Spiel abgekultet werden, hätten ihre Freude an diesem Jubiläum. Und Curd Jürgens auch.

Zitat des Spiels: »Wer Union weiterentwickeln will, fliegt raus.« Union-Boss Zingler hat vor ein paar Tagen mal wieder einen Spruch rausgehauen und musste am Samstag betonen, dass der nicht ganz ernst gemeint war. Eigentlich wollte der seit fast 22 Jahren amtierende Regierende Bürgermeister der Alten Försterei vermutlich sagen: Wer Union weiterentwickelt, bestimme ich.

Erkenntnis des Spiels: Der BVB hat den Rückstand auf die Bayern auf acht Punkte verkürzt. München spürt den Eishauch des Verfolgers im Nacken.

Weiterlesen

Weitere Nachrichten

Premier League: Granit Xhaka zofft sich mit Fan

Premier League: Granit Xhaka zofft sich mit Fan

Xhaka konnte aufgrund einer Knöchelverletzung nicht mitwirken, saß aber dennoch auf der Bank. Auf Videos ist zu sehen, wie sich der Kapitän des Aufsteigers wild gestikulierend zu einem Mann umdrehte und sich mit diesem stritt. Der West-Ham-Fan zeigte Xhaka dabei eine...

mehr lesen