Handball-EM: Frankreich-Pleite! Jetzt reicht uns ein Punkt fürs Halbfinale

Handball-EM: Frankreich-Pleite! Jetzt reicht uns ein Punkt fürs Halbfinale

Überraschung bei der Handball-EM! Titelverteidiger Frankreich patzt ausgerechnet gegen Spanien und verliert 32:36 (14:20). Für Deutschland ist das ein Geschenk. Denn nach der überraschenden Pleite der Franzosen reicht der DHB-Auswahl nun schon ein Punkt fürs Halbfinale. Holt das Team von Bundestrainer Alfred Gíslason (66) am Abend gegen Gastgeber Dänemark (20.30 Uhr, ARD und Dyn live) ein Remis, ist das Ticket für den 30.1. gelöst. Ansonsten gibt es das EM-Finale ums Halbfinale am Mittwoch (18 Uhr, ZDF und Dyn live) zwischen Frankreich und Deutschland.

Dass sich die Lage so zuspitzt, liegt an Spanien. Die Südeuropäer waren vor dem Spiel punktlos Letzter der Hauptrundengruppe I, spielten nur noch ums Renommee. Aber wie! Frankreich kommt mit dem spanischen Tempo nicht klar. Gegenstöße, schnelle Mitte, offensive Abwehr – und ein überragender Handball-Torwart lassen die Franzosen verzweifeln.

Sergey Hernandez (30) vom SC Magdeburg brachte die Franzosen früh zur Verzweiflung. 33,3 Prozent gehaltene Würfe vor der Pause – insgesamt 32,56 Prozent (14 Paraden). Zur Halbzeit stand es 14:20. 10.933 Zuschauer sahen einen Titelverteidiger, der komplett den Faden verlor. Viele dänische Fans feierten die Spanier lautstark, pfiffen allerdings auch unfair in die Angriffe der Franzosen.

Trainer Guillaume Gille (49), von 2002 bis 2012 als Kapitän des HSV Handball in der Bundesliga, reagierte früh mit einer Auszeit, ohne Effekt. Frankreich wirkt unkonzentriert, langsam im Rückzug, ohne letzte Konsequenz. Dabei war der viermalige Titelträger mit großer Dominanz und Rekorden ins Spiel gegangen: 46 Tore gegen die Ukraine (46:26), später gegen Portugal egalisiert, dazu 28 Treffer in einer Halbzeit gegen Portugal (46:38) – EM-Bestwert.

Nach dem EM-Patzter steht Frankreich plötzlich unter XXL-Druck. Ein Sieg gegen Deutschland ist Pflicht, sonst: Au revoir, EM! Kurioses Detail: Beide Teams wohnen im selben Hotel in Silkeborg, nur eine Etage trennt sie.

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Gille hat großen Respekt vor der DHB-Auswahl. Zu BILD sagte „Gino“ in Herning: „Die Mannschaft ist sehr stark, sie ist auf allen Positionen doppelt, teilweise dreifach gut besetzt. Die Mannschaft hat sich nach der Serbien-Niederlage gefunden, ist voll im Turnier und hat das große Ziel, ins Halbfinale zu kommen, wie wir auch. Deutschland ist für jede Mannschaft im Turnier sehr gefährlich.“

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