Kanye West schaltet Entschuldigungs-Anzeige im »Wall Street Journal«

Kanye West schaltet Entschuldigungs-Anzeige im »Wall Street Journal«

Wegen antisemitischer Äußerungen hatte der deutsche Sportartikelhersteller Adidas 2022 die Zusammenarbeit mit Kanye West beendet. Im Mai 2025 veröffentlichte der US-Rapper trotzdem wieder einen Song namens »Heil Hitler«, verkaufte im vergangenen Jahr zudem Hakenkreuz-T-Shirts. Lange Jahre war West als Hip-Hop-Innovator und Universalgenie gefeiert. Doch nun wandten sich viele von ihm ab. Sein Verhalten löste vielerorts nur noch Kopfschütteln aus.

In jüngerer Zeit bemüht sich der Musiker allerdings verstärkt darum, seinen Ruf zu retten. Nachdem er im vergangenen November einen Rabbi in New York aufgesucht und um Vergebung gebeten hatte, hat er nun eine ganzseitige Anzeige in der Wirtschaftszeitung »Wall Street Journal« geschaltet, um sich zu erklären und zu entschuldigen.

Der handschriftlich unterschriebene Brief von Ye, wie sich West seit einiger Zeit nur noch nennt, ist gerichtet an »diejenigen, die ich verletzt habe«. Kanye West schreibt darin, er habe vor 25 Jahren bei einem Autounfall eine Verletzung am rechten Frontallappen seines Gehirns erlitten. Diese sei aber erst 2023 diagnostiziert worden. »Dieses ärztliche Versäumnis hat meiner psychischen Gesundheit schweren Schaden zugefügt und zu meiner Diagnose einer bipolaren Störung Typ 1 geführt«, so West.

In den manischen Phasen der Störung halte man sich nicht für krank, schreibt der Musikproduzent weiter. Man glaube, keine Hilfe zu benötigen, fühle sich »mächtig, sicher und unaufhaltbar«. In diesem Zusammenhang habe er »den Bezug zur Wirklichkeit verloren«, so West. Er habe Dinge »gesagt und getan, die ich zutiefst bedaure«.

Er habe sich in seinem Zustand »auf das zerstörerischste Symbol, das ich finden konnte, hinbewegt: das Hakenkreuz«. Doch das entschuldige nicht, was er getan habe. »Ich bin kein Nazi oder Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen«, schreibt er nun.

Anfang 2025 sei er in eine vier Monate andauernde manische Episode gefallen, mit »psychotischem, paranoidem und impulsivem Verhalten, das mein Leben zerstört hat«. Danach sei er ganz unten angekommen, vor einigen Monaten habe ihn seine Frau ermutigt, endlich Hilfe zu suchen.

Nun habe er »eine neue Ausgangslage und eine neue Mitte« gefunden, »durch ein wirksames Programm aus Medikamenten, Therapie, Training und gesunder Lebensweise«. Er wolle seine Energie in »positive, bedeutsame Kunst« fließen lassen, in Ideen, »die der Welt helfen«. Er bitte weder um Mitleid noch um Straffreiheit, so West noch am Ende. Er schreibe, »um euch um Geduld und Verständnis zu bitten, während ich meinen Weg nach Hause suche«.

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