Magdeburg: Hooligan wegen Mordversuchs an Polizisten in U-Haft

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Magdeburg – Nach den brutalen Fan-Krawallen beim Ost-Derby Magdeburg gegen Dresden mit 70 verletzten Polizisten haben Kripo-Ermittler den ersten Verdächtigen festgenommen: einen Hooligan (29) aus Aschersleben.

Er hasst Polizisten – doch als der mutmaßliche Beamten-Schläger zum Haftrichter muss, versteckt er sein Gesicht feige unter einer Uniformjacke. Die Hände sind hinter dem Rücken gefesselt. Seine Füße stecken in schmutzig-weißen Nike-Turnschuhen, er trägt eine Adidas-Jogginghose – über dem Kopf eine blaue Einsatzjacke der Landespolizei von Sachsen-Anhalt. So eskortieren Schutzpolizisten Mittwochnachmittag den mutmaßlichen Schläger ins Justizzentrum von Magdeburg.

Der Angriff spielte sich vor Block U ab. Hier wird gerade ein großer Gegenstand (neben dem Notausgangsschild) auf die Beamten geworfen

Der Angriff spielte sich vor Block U ab. Hier wird gerade ein großer Gegenstand (neben dem Notausgangsschild) auf die Beamten geworfen

Der Mann wird am Mittwoch, 16.40 Uhr zum Ermittlungsrichter geführt – nachdem die zuständige Staatsanwaltschaft Magdeburg einen Haftprüfungstermin beantragt hatte. Der Verdacht ist extrem: schwerer Landfriedensbruch, Mordversuch an Polizeibeamten und gefährliche Körperverletzung!

SEK-Kräfte nahmen den Verdächtigen fest

Nach knapp einer Stunde kommt der Beschuldigte aus dem Amtsgericht. Handschellen und Polizeijacke trägt er immer noch. Denn: „Gegen den Beschuldigten wurde antragsgemäß Haftbefehl erlassen. Seine Festnahme war zuvor durch Spezialeinsatzkräfte des LKA erfolgt“, bestätigt Polizeisprecherin Tracy Hering auf BILD-Anfrage.

Um 16:40 Uhr wurde der Verdächtige aus Aschersleben zum Haftrichter geführt

Um 16.40 Uhr wurde der Verdächtige aus Aschersleben zum Haftrichter geführt

Und weiter erklärt die Behördensprecherin: „Konkret wird dem Mann vorgeworfen, einen Polizisten mit einer Steinplatte angegriffen und verletzt zu haben.“ Die Angriffe mit Gullydeckeln, Steinen und Pyrotechnik am vergangenen Samstag waren laut Ermittlern kein Zufall – sondern gezielte Gewalt von Schwerkriminellen.

Weitere Festnahmen stehen bevor

Durch intensiv geführte Ermittlungen der Ermittlungsgruppe (EG) „Umlauf“ erhärtete sich zu Wochenbeginn der Tatverdacht gegen den 29-Jährigen aus dem Salzlandkreis. Er steht im Verdacht, aktiv am Gewaltexzess beteiligt gewesen zu sein.

Nach BILD-Informationen haben die Beamten der Ermittlungsgruppe „Umlauf“ noch mehr Verdächtige im Visier. Doch mit weiteren Details hält sich die Polizeisprecherin bewusst zurück, um die „laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden“.

Noch vorm nächsten Heimspiel des FC Magdeburg am Freitag gegen Hannover 96 könnte es zu weiteren Festnahmen kommen.

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