Kälte-Hölle Kiew: Trump: Putin bereit für eine Woche Feuerpause

Kälte-Hölle Kiew: Trump: Putin bereit für eine Woche Feuerpause

Hoffen in der Ukraine: Feuerpause? Zumindest letzte Nacht blieb es ruhig in Kiew

US-Präsident Donald Trump (79)

In der Nacht zu Freitag blieb es in Kiew ruhig. Die Menschen harren bei klirrender Kälte und teils ohne Strom und Heizung

TTS-Player überspringen

Artikel weiterlesen

Washington/Kiew – Es war eine Nachricht, die überraschte: US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag, er habe Wladimir Putin (73) um eine einwöchige Feuerpause mit der Ukraine gebeten. Als Grund nannte er die klirrende Kälte in Kiew. Der Kreml-Herrscher habe zugestimmt. Weder hat Moskau dies bestätigt noch gab Trump bekannt, ab wann genau die Waffen schweigen sollen. Die letzte Nacht zumindest blieb es ruhig. Keine russischen Drohnen, keine Explosionen wurden in Kiew gemeldet (Stand: 5:20 Uhr). Eine Atempause für die rund drei Millionen Einwohner der Hauptstadt – und ein Schimmer Hoffnung.

„Ich habe Präsident Putin persönlich gebeten, eine Woche lang nicht auf Kiew und die anderen Städte zu schießen. Und er hat dem zugestimmt, und ich muss Ihnen sagen, das war sehr nett“, hatte Trump bei einer Kabinettssitzung in Washington verkündet.

Seit Wochen feuert der Kreml erbarmungslos auf die Bevölkerung Kiews. Russische Soldaten bombardieren gezielt Wohnhäuser, Wärmekraftwerke und die Stromversorgung. Immer wieder fällt in der ukrainischen Hauptstadt bei Temperaturen um bis zu minus zehn Grad die Heizung aus. Für die kommende Woche sind in Kiew Temperaturen bis zu minus 30 Grad angesagt!

Aktuell sind in Kiew mehr als 450 Wohnblöcke ohne Fernwärme. Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna seien am Morgen 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. Dennoch befänden sich weiter die meisten der ungeheizten Häuser in diesem nordöstlichen Stadtbezirk. Auch die Wasserversorgung fällt aufgrund der Angriffe immer wieder aus.

Beobachter warnten bereits vor dem härtesten Kriegswinter für die Ukraine. Es herrscht russischer Kälte-Terror – und ist kaum zu fassen, wie die Ukrainer den eisigen Temperaturen und den Angriffen der Russen Nacht für Nacht trotzen. Deutschland stockte gerade erst seine Winterhilfe für die Ukraine angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Strom- und Wärmeinfrastruktur des Landes um weitere 15 Millionen Euro auf 85 Millionen Euro auf.

Dick eingepackt müssen diese Menschen in Kiew am 26. Januar einen russischen Angriff auf ihre Stadt durchstehen. Ob ihre Wohnhäuser nach den Angriffen noch da sind, wissen sie nicht

Dick eingepackt müssen diese Menschen in Kiew am 26. Januar einen russischen Angriff auf ihre Stadt durchstehen. Ob ihre Wohnhäuser nach den Angriffen noch da sind, wissen sie nicht

Ältere Damen Samstagnacht in den U-Bahn-Schächten in Kiew, während der Kreml ihre Stadt angreift

Ältere Damen Samstagnacht in den U-Bahn-Schächten von Kiew, während die Russen ihre Stadt angreifen

Die Angriffe verlieren keineswegs an Intensität, während die internationale Gemeinschaft um eine Lösung in dem russischen Angriffskrieg ringt. Im Januar setzte Russland bereits mehrfach die neue, atomwaffenfähige Hyperschallrakete Oreschnik ein. Sie schlug Mitte Januar unter anderem in der Westukraine ein. Beobachter sehen darin eine klare Warnung des Kremls an die Nato-Staaten, dass Putin keinen Schritt nachgeben wird. Am Dienstag und Mittwoch hatten russische Angriffe allein in Kiew 16 Menschen getötet. Sechs Menschen verloren zudem bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug in Charkiw ihr Leben.

Das nächste Treffen zwischen ukrainischen und russischen Vertretern soll nach Angaben Kiews am Sonntag in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate stattfinden. US-Außenminister Marco Rubio stellte eine erneute Teilnahme der USA in Aussicht. Ob Wladimir Putin wirklich einer Feuerpause zustimmt, ist nicht klar. In der Vergangenheit hatte der Kreml immer wieder mit der Hoffnung gespielt, den Krieg beenden zu wollen – um dann doch immer weiter anzugreifen.

Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben.

Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

Weiterlesen

Weitere Nachrichten

Handball-EM: F-I-N-A-L-E! Deutschland gewinnt gegen Kroatien

Handball-EM: F-I-N-A-L-E! Deutschland gewinnt gegen Kroatien

Jetzt trennt uns nur noch ein Spiel von der EM-Ewigkeit! Deutschland rauscht bei der Handball-Europameisterschaft ins Endspiel, schlägt im Halbfinale Kroatien und Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson (52) mit 31:28. Was für ein Kampf! Was für Emotionen! Was für eine...

mehr lesen