SCHADE! Ihr hattet Gold verdient! Der Handball strahlt in Rot und Weiß! Deutschlands EM-Stars verlieren das EM-Finale gegen Dänemark 27:34 (16:18). Aber was für ein emotionales Krimi-Finale vor 15.000 zumeist in Rot und Weiß gekleideten Zuschauern in Jyske Bank Boxen und Millionen vor dem TV.
Schade: Zehn Jahre nach dem Gold-Triumph von Polen verpasst die deutsche Mannschaft den finalen Wurf und unterliegt dem Olympiasieger und Weltmeister. Nach Siegen gegen Spanien, Norwegen, Portugal, Frankreich und Kroatien gelingt im Finale nicht der letzte Schritt zu Gold. Für Dänemark ist es der erste EM-Titel seit 2012. Die Handball-Macht Dänemark schafft Historisches, ist nach Frankreich die zweite Nation, die alle drei Titel gleichzeitig innehat.
Verschiedene Gemütslagen: Königin Mary (53/.), Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (48) und Friedrich Merz (70)
Dänemark zerstört unseren Titel-Traum!
Für beide ist es das neunte Spiel in 18 Tagen bei der Handball-EM. Bundestrainer Alfred Gíslason („sind krasser Außenseiter, aber wollen trotzdem gewinnen“) muss kurzfristig auf Justus Fischer (Brech-Durchfall) verzichten. Der zweite Nackenschlag nach 14 Minuten – Tom Kiesler (nach Infekt zurück) trifft Turnier-MVP Mathias Gidsel im Gesicht. Die Schiedsrichter Ivan Pavicevic und Milos Raznatovic (Montenegro), die schon das Hauptrunden-Duell (26:31) leiteten, zeigen Rot nach VAR. Zwei wichtige Abwehr-Bausteine weg! Die Halle tobt! Kurz vor Schluss fliegt auch noch Jannik Kohlbacher nach einem Gesichtstreffer gegen Mads Hoxer mit Rot von der Platte (57.).
Es ist ein Abnutzungskampf im Bundesliga-Duell. „Druck liegt nicht bei uns“, sagte Juri Knorr vorm Spiel. Dänemark mit zehn Profis im Kader, aus der Bundesliga. Die Dänen vor den Augen der dänischen Königin Mary, neben dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz drücken aufs Tempo, wollen die deutsche Abwehr mit Schnelligkeit überwinden. Und das gelingt immer wieder. Torwart Andreas Wolff (ins All-Star-Team gewählt), einer von drei Gold-Helden von 2016, hat es oft schwer. Und trotzdem schafft er es. Der Tor-Wolff hält die DHB-Auswahl im Spiel. Wolff hält, brüllt und feuert an. Zur Pause sind es nur zwei Tore, die fehlen. Im ersten EM-Duell war es zur Pause (12:13) ähnlich knapp.
Hier freut sich Mary (r.) sichtlich
Nach der Pause zündet Flensburg-Torhüter Kevin Möller erst die Halle an. Der 36-Jährige ärgert den deutschen Angriff. Immer wieder scheitern Juri Knorr und Renars Uscins. Die Dänen plötzlich bei plus drei (22:19). Deutschland hadert mit dem eigenen Offensivspiel – aber hat Wolff (BILD-Note 1).
Wolff-Wahnsinn im Finale. Deutschland bleibt dran, kämpft. Es bleibt lange spannend, erst in den letzten fünf Minuten zieht Dänemark davon. Den Deutschen bleibt nur Silber. Dazu 430.000 Euro Prämie (Team) und die Gewissheit, dass sie in der Weltspitze angekommen sind und dass nicht viel zu Dänemark fehlt. Spätestens bei der Heim-WM 2027 gibt’s die Chance zur Revanche.



