Polański hatte 1977 zugegeben, Sex mit der 13-jährigen Samantha Geimer gehabt zu haben, den Vorwurf einer Vergewaltigung aber zurückgewiesen. Er verbrachte mehrere Wochen in Haft unter psychiatrischer Beobachtung. Im Gegenzug für sein Geständnis wollte der damalige Richter von einer längeren Freiheitsstrafe absehen. Unmittelbar vor der Strafmaßverkündung gab es aber Zweifel an dieser Zusage, Polański floh nach Frankreich und betrat die USA seitdem nie wieder. Das Gericht in den USA hat wiederholt verlangt, den inzwischen 92-jährigen Starregisseur auszuliefern. Polańskis Anwälte setzen sich dagegen für ein Ende der Strafverfolgung ein.
Geimer veröffentlichte 2013 ihre Memoiren, in denen sie von ihrem Leben erzählt. »Ich fühle mich bis heute nicht als Opfer von Roman, sondern als Opfer der Öffentlichkeit, der Justiz und der Medien«, sagte sie damals im SPIEGEL-Interview . Sie sagte, Polański habe sich entschuldigt und sie verzeihe ihm.
Geimer bezeichnet Film als »Geschenk«
Auf dem Buch basierend soll »The Girl« Geimers Geschichte nachzeichnen. »Im Jahr 1977 navigiert die 13-jährige Samantha in Kalifornien durch die Pubertät und träumt davon, Schauspielerin zu werden, als sie in den Bannkreis des berühmten Filmemachers Roman Polański gerät«, sagt die französische Filmemacherin Marina Ziolkowski zur Handlung des Films. »Was folgt, verändert ihr Leben für immer. Als der Fall Schlagzeilen macht, geraten Samantha und ihre Mutter in einen unerbittlichen Medienrummel – sie wird von Paparazzi verfolgt und ihrer Privatsphäre beraubt, gerade in dem Moment, in dem sie am meisten Schutz benötigt.«
Geimer äußert sich glücklich über den Film. »Diese Geschichte war für uns alle, die wir daran beteiligt waren, eine lebenslange Belastung. Ich hätte nie gedacht, dass sie in etwas Schönes verwandelt werden könnte«, so Geimer: »Marinas Kreativität und Sensibilität haben das möglich gemacht – und das ist für mich ein Geschenk.«



