Kindergeld ins Ausland: Zahlungen weiter gestiegen
Im ersten Halbjahr 2025 überwiesen deutsche Behörden 270 Millionen Euro Kindergeld auf ausländische Konten. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr – und der Trend setzt sich fort.
Die Familienkasse hat in der ersten Jahreshälfte 2025 insgesamt 27,8 Milliarden Euro Kindergeld ausgezahlt. Ein wachsender Teil davon fließt ins Ausland: 270 Millionen Euro gingen auf ausländische Konten – ein Plus von knapp fünf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Arbeitnehmern aus EU-Ländern, die in Deutschland tätig sind und Steuern zahlen, steht Kindergeld auch für Kinder zu, die in ihrem Heimatland leben.
Besonders stark sind die Überweisungen nach Osteuropa. Polen führt die Liste deutlich an: 109,1 Millionen Euro flossen dorthin. Rumänien erhielt 31,4 Millionen, Tschechien 25,1 Millionen Euro. Experten warnen vor Missbrauch durch Menschen, die unter dem Vorwand von Arbeitnehmerfreizügigkeit eingereist sind, aber nur minimal arbeiten.
Nach aktuellen Hochrechnungen werden 2025 erneut über 500 Millionen Euro Kindergeld ins EU-Ausland gehen – ein dramatischer Anstieg gegenüber 2010, als es noch 35,8 Millionen Euro waren. Einige Städte wie Duisburg haben spezielle Kontrolleinheiten eingerichtet, um Betrug einzudämmen.