39C3: Wege zu mehr digitaler Unabhängigkeit
Der Chaos Computer Club diskutiert auf seinem Jahreskongress in Hamburg, wie sich Europa von der Dominanz amerikanischer Techkonzerne befreien kann. Fünf Vorträge zeigen praktische und politische Lösungsansätze.
Rund 16.000 Teilnehmer besuchten den 39. Jahreskongress des Chaos Computer Clubs in Hamburg. Unter dem Motto »Power Cycles« stand die Frage im Mittelpunkt, wie Nutzer unabhängiger von der Übermacht großer amerikanischer Technologieunternehmen werden können.
Ein zentrales Projekt ist der »Digital Independence Day«: Der Chaos Computer Club und Partner bieten ab Januar jeden ersten Sonntag im Monat deutschlandweit Hilfe an, um von großen Plattformen zu wechseln – von Windows zu sichereren Alternativen, von WhatsApp zu anderen Messengern oder von Gmail zu vertrauenswürdigen E-Mail-Diensten. Autor Marc-Uwe Kling bewirbt die Initiative unterhaltsam als »Känguru-Rebellion«.
Weitere Schwerpunkte waren die Nutzung von Palantir-Software bei deutschen Behörden, Sicherheitsrisiken durch KI-Integration in Betriebssysteme sowie Anfällbarkeiten von Chatbots gegenüber gezielten Angriffen. Ein Referent argumentierte zudem, dass geopolitische Verschiebungen durch neue Handelspolitik den Raum für europäische Technologiealternativen schaffen könnten.