So reagiert der Hof auf das Urteil gegen Marius Borg Høiby
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HAKON MOSVOLD LARSEN / NTB / AFP via Getty Images
Das Urteil gegen Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby ist gefallen: Er muss vier Jahre ins Gefängnis. So reagiert der Palast.
Besonders schwer wogen zwei Vergewaltigungen schlafender Opfer, für die das Gericht jeweils eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten als Grundlage der Strafzumessung ansetzte. Für die Königsfamilie dürfte das Ergebnis erschütternd sein.
So reagiert das norwegische Königshaus auf das Marius-Urteil
Unmittelbar nach der Urteilsverkündung lässt der norwegische Hof gegenüber „NRK“ mitteilen, dass die Königsfamilie keine weiteren Stellungnahmen zu dem Fall abgeben werde. „Die Angelegenheit wurde vom Gericht behandelt, und das Königshaus hat keinen Kommentar zum Ausgang”, schrieb der Palast demnach in einer E-Mail.
Marius‘ Verteidiger sagen gegenüber „NRK”, dass sie das Urteil Punkt für Punkt durchgehen wollen. „Wir müssen uns hinsetzen und es gründlich in seiner Gesamtheit lesen. Wir haben die Freisprechung in drei der Punkte beantragt, für die er verurteilt wurde, die als schwerwiegend gelten, nämlich zwei Vergewaltigungen und Misshandlung in nahen Beziehungen, daher liegt es in der Natur der Sache, dass eine Berufung geprüft wird”, so Anwältin Ellen Holager Andenæs. Auf die Frage, ob Høiby auf das heutige Ergebnis vorbereitet gewesen sei, antwortet sie: „Er war wegen dieser Vorwürfe angeklagt, also versteht es sich von selbst, dass er auf alles vorbereitet war.”
Staatsanwalt Henriksbø: Urteil zeige „Ernsthaftigkeit der Handlungen”
Staatsanwalt Sturla Henriksbø zeigt sich nach dem Urteil recht zufrieden über das Ergebnis. „Das ist ein gründliches Urteil. Die Richter haben die Beweise in dem Fall sorgfältig abgewogen”, so Henriksbø gegenüber „NRK”. Und weiter: „Er hat eine lange Strafe erhalten, die die Ernsthaftigkeit der Handlungen zeigt, für die er verurteilt wurde.”
Henriksbø ist der Meinung, dass das Justizsystem auf jeden Fall eine wichtige Prüfung bestanden hat. „Das zeigt, dass wir einen funktionierenden Prozess haben, ein Gericht, das unabhängige Bewertungen vornimmt, und dass das Justizsystem und das Gericht eine wichtige Prüfung bestanden haben, indem man einen Prozess durchführen kann, selbst gegen ein Mitglied der Königsfamilie.”
Opfer-Anwälte finden Urteil gegen Mette-Marits Sohn gerecht
Die Nebenklageanwältin der Frogner-Frau, Mette Yvonne Larsen, bezeichnet das Urteil gegenüber „NRK” als gerecht und gründlich. Für ihre Mandantin sei vor allem wichtig, dass ihr geglaubt wurde und sie das Verfahren nun abschließen könne. Sie hoffe auf keinen weiteren Rechtsmittelprozess, damit der erreichte „Frieden” erhalten bleibe.
Auch die Anwälte Jon Christian Elden und Heidi Reisvang, die drei der sechs Frauen im Prozess vertraten, bewerten das Urteil insgesamt als gründlich und sehen es als mögliche Grundlage für einen Abschluss des Falls. Die Nebenklägerin Haukland zeige sich beispielsweise erleichtert, dass ihre Aussagen berücksichtigt wurden und hoffe auf einen endgültigen Schlussstrich nach der hohen Belastung des Verfahrens. Während die „Skaugum-Frau“ als Opfer einer Vergewaltigung anerkannt wurde, blieb eine andere Klägerin („Hotel-Frau“) in diesem Punkt erfolglos, was die Anwälte mit der strengen Beweislast im Strafrecht erklären.
Prozess gegen Mette-Marits Sohn Marius
Der Strafprozess gegen Marius Borg Høiby lief von Anfang Februar bis Ende März mit insgesamt 40 Anklagepunkten, darunter schwere Vorwürfe wie Vergewaltigung. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren und sieben Monaten, während die Verteidigung eine Strafe von etwa eineinhalb Jahren sowie Freispruch in den zentralen Punkten forderte. Teile der Anschuldigungen, etwa Drogen- und Kontaktverstöße, hatte Marius Borg Høiby bereits während seines Prozesses eingeräumt.



