Nuuk/Paris – Rätselraten um einen Militärflieger der französischen Luftwaffe über Grönland! Statt zu landen, drehte der plötzlich ab!
Der Armee-Airbus A330 MRTT war um 8.05 Uhr deutscher Zeit von der südfranzösischen Luftwaffenbasis Istres gestartet – und dann in einer Schleife über München und Hamburg nach Dänemark geflogen. Dort drehte der Franzose Kreise und begleitete dann einen Bombardier-Jet der dänischen Luftwaffe Richtung Grönland.
Doch dann das: Erst kreiste der Franzose mehrfach über der südostgrönländischen Insel Kulusuk – dann drehte er komplett ab und düste zurück Richtung Europa-Festland. Und auf Grönland begann das große Rätselraten: Trauten sich die Franzosen keine Landung bei uns?
Auffällig: Dänemark ist nach ersten eigenen Militärflügen auch dazu übergegangen, seine Soldaten mit zivilen Maschinen einzufliegen. Auch die der Verbündeten, die Kopenhagen für Übungen und Erkundungen nach Grönland eingeladen hat, fliegen alle zivil! Die Deutschen mit einer polnischen Chartermaschine.
In der Nacht zu Donnerstag waren die ersten französischen Soldaten in einer Militär-Hercules der dänischen Luftwaffe gelandet
Möglicher Hintergrund: Drohungen der USA gegen Staaten, die sich gegen die Grönland-Politik der US-Regierung stellen. Und kurz nach dem Abdrehen des Franzosenfliegers polterte US-Präsident Donald Trump (79) im Weißen Haus gegen alle Gegner seiner Übernahme-Pläne für die Dänen-Insel. Trump: „Ich werde möglicherweise einen Zoll gegen Staaten verhängen, die bei Grönland nicht mitziehen, denn wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit.“
Auffällig: Auch Deutschland hatte am Mittwochabend zunächst angekündigt, 15 eigene Soldaten mit einem Airbus A400M der Luftwaffe nach Grönland zu bringen. Nach wenigen Stunden dann am Donnerstag aber die Planänderung: Es ging gestern mit dem Militärflieger nach Dänemark und von dort heute mit dem polnischen Urlaubsbomber der Enter-Airline (fliegt sonst in die Sonne) nach Nuuk.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) gestern auf dem Luftwaffenstützpunkt in Südfrankreich
Schon gestern hieß es gegenüber BILD, Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) wolle die USA nicht mit der Landung einer Militärmaschine unnötig provozieren.
Nun heißt es, Frankreich habe auf die Landung des zweiten Soldaten-Kontingents auf Grönland (erste kamen am Mittwochabend) mit einer eigenen Militärmaschine verzichtet. Paris aber habe zumindest zeigen wollen, dass es präsent ist – mit dem Überflug seines A330 MRTT.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) hatte erst gestern bei einer Rede angekündigt: Frankreich werde „in den kommenden Tagen zusätzliche Land-, Luft- und Seestreitkräfte“ nach Grönland entsenden. Die Rede hatte er auf dem Luftwaffenstützpunkt gehalten, von dem heute der A330 MRTT abgehoben war. Es könnte sich auch um ein Tankmanöver gehandelt haben, da der Flieger ein kombinierter Transport-und Tanker-Flieger ist.



