AfD stellt erstmals direkt gewählten Bürgermeister in Brandenburg
René Stadtkewitz gewinnt die Bürgermeisterwahl in Zehdenick mit deutlicher Mehrheit. Der Ex-CDU-Politiker ist der erste AfD-Kandidat, der sich in Brandenburg direkt für das Amt durchsetzt.
In der Stadt Zehdenick nördlich von Berlin hat sich erstmals ein AfD-Kandidat bei einer Bürgermeisterwahl direkt durchgesetzt. René Stadtkewitz erhielt bei der Neuwahl im Kreis Oberhavel 58,4 Prozent der Stimmen. Seine Konkurrenten verpassten deutlich: Der FDP-Kandidat kam auf 28,6 Prozent, weitere Einzelbewerber auf niedrigere Anteile.
Stadtkewitz war früher CDU-Abgeordneter in Berlin, verließ die Partei 2010 und gründete später die Partei Die Freiheit. Seit 2024 ist er AfD-Mitglied. Sein Wahlsieg ist insofern bemerkenswert, als es in Brandenburg zwar bereits einen hauptamtlichen Bürgermeister mit AfD-Parteibuch gab – dieser war allerdings als parteiloser Kandidat ins Amt gekommen und trat der AfD erst Jahre später bei.
Die Neuwahl wurde notwendig, weil der bisherige Bürgermeister Alexander Kretzschmar wenige Tage nach seiner Amtseinführung krankgemeldet worden war und nicht in sein Amt zurückkehrte. Die AfD-Landespolitik wertet das Ergebnis als Signal für weitere Wahlerfolge auf kommunaler Ebene. Die FDP sprach hingegen von einem Protestwahlsieg und äußerte Besorgnis über die weitere Entwicklung der Stadt.