Syrischer Machthaber al-Scharaa zu Besuch in Berlin
Der neue syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ist in Berlin eingetroffen. Am Montag trifft er Bundeskanzler Merz und Bundespräsident Steinmeier – doch der Besuch ist hochumstritten.
Ahmed al-Scharaa ist am Sonntagabend auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg gelandet und quartiert sich im Ritz-Carlton ein. Der 43-Jährige übernahm die Macht in Syrien nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024. Sein Besuch in Deutschland ist mit massiven Sicherheitsvorkehrungen verbunden – die Gegend um sein Hotel ist abgesperrt, Polizeikräfte sind vor Ort.
Am Montag stehen mehrere hochrangige Termine auf al-Scharaas Agenda: Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind geplant. Zudem will er am Deutsch-Syrischen Wirtschafts-Roundtable im Auswärtigen Amt teilnehmen. Die Bundesregierung begründet den Empfang damit, dass Stabilität und wirtschaftlicher Wiederaufbau Syriens im deutschen Interesse liegen – auch um syrische Flüchtlinge in Deutschland zur Rückkehr zu bewegen.
Der Besuch stößt aber auf erhebliche Kritik: Al-Scharaa war früher Anführer der al-Nusra-Front und wird von Menschenrechtsorganisationen für Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. Die USA hatten lange Zeit ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Kurdische Organisationen und die Linkspartei werfen der Bundesregierung vor, einen Mann mit blutiger Vergangenheit zu ehren, zumal es in Syrien weiterhin Vorwürfe gegen Minderheitenverfolgung gibt.