Europäische Gegenpositionen zum Trump-Plan für Ukraine
Beim G20-Gipfel in Johannesburg koordinieren europäische Staaten eine Antwort auf den amerikanischen Friedensplan für die Ukraine. Sie wollen kritische Punkte nachbessern.
Europäische Führungspersonen arbeiten auf Hochtouren an einer Reaktion auf den umstrittenen Friedensplan der USA für den Ukrainekonflikt. Am Rande des G20-Gipfels in Südafrika beraten britische, deutsche und französische Vertreter sowie weitere westliche Partner über Anpassungen des Dokuments. Das deutsche Bundeskanzleramt hat nach Medienberichten bereits einen Gegenvorschlag basierend auf 28 Kritikpunkten erarbeitet.
Der amerikanische Entwurf, dessen Kernpunkte US-Gesandte gemeinsam mit russischen Vertretern entwickelt haben, wird in Europa kritisch gesehen. Das Papier verlangt von der Ukraine erhebliche Konzessionen: Verzicht auf ukrainisch kontrollierte Territorien, Reduzierung der Streitkräfte und ein NATO-Verzicht. Russland müsste sich dagegen kaum bewegen. Präsident Selenskyj beschrieb die Situation als einen der schwierigsten Momente seiner Amtszeit und setzte den Druck unter Trump-Druck deutlich unter Druck.
Washington übt indessen starken Druck aus: Trump gewährte der Ukraine nur bis Donnerstag Zeit für eine Entscheidung und drohte mit dem Entzug militärischer und nachrichtendienstlicher Unterstützung. Ein für Sonntag geplantes Treffen in Genf soll nun über konkrete nächste Schritte beraten. Deutsche Berater werden an den Verhandlungen teilnehmen.