Andrew Tate in Russland – Opfer fordern britische Auslieferung
Der Influencer reist trotz Vergewaltigungsvorwürfe nach Moskau. Rechtsanwälte der mutmaßlichen Opfer kritisieren Großbritannien scharf für Untätigkeit.
Andrew Tate weilt derzeit in Russland, obwohl gegen ihn und seinen Bruder Tristan in Großbritannien Anklagen wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Menschenhandel vorliegen. Die beiden sollen mehrere Frauen zwischen 2014 und 2015 misshandelt haben. Ein britischer Auslieferungshaftbefehl besteht bereits.
Der Anwalt der Klägerinnen wirft den britischen Behörden Versagen vor. Tates Aufenthalt in Russland biete ihm eine neue Plattform zur Verbreitung frauenverachtender und pro-putinischer Botschaften. Eine der Opfer erklärte dem Guardian, sie sei entsetzt, dass Tate trotz der Anklagen frei reisen kann. Sie fordert die britische Regierung auf, endlich tätig zu werden.
Der ehemalige Kickboxer machte mit extremistischen Äußerungen in sozialen Medien Millionen junge Menschen zu Anhängern. Großbritannien erklärt zwar, Gewalt gegen Frauen bekämpfen zu wollen, macht aber zum Stand des Auslieferungsverfahrens keine Aussagen – mit Verweis auf laufende Ermittlungen in Rumänien.