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Hassgraffiti in Berlin: Staatsschutz ermittelt nach antisemitischem Mordaufruf

13. April 2026· Jonas Brinkmann

In Prenzlauer Berg haben Unbekannte eine Hauswand mit einem Hakenkreuz und dem Aufruf zum Mord an Juden beschmiert. Der Staatsschutz ermittelt. Anwohner übermalen die Symbole mit Herzen.

Im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ist es zu einem schweren antisemitischen Vorfall gekommen. Unbekannte Täter sprühten in der Nacht zum Samstag ein Hakenkreuz sowie den englischsprachigen Mordaufruf auf eine Hauswand einer Seitenstraße. Das Graffiti wurde erst am frühen Samstagmorgen entdeckt.

Ein betroffener Anwohner dokumentierte die Schmierereien und veröffentlichte Fotos über die Instagram-Seite "jewsofberlin". Er beschrieb sich selbst als "absolut wütend und erschüttert" und appellierte an die Gesellschaft, gegen Antisemitismus aufzustehen. Auch die Berliner Polizei wurde alarmiert – der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Für Hinweise steht die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus zur Verfügung.

Bereits am nächsten Tag haben engagierte Nachbarn die Hassbotschaften eigenmächtig übersprüht und mit großflächigen silbrig-blauen Herzen übermalt. Dieser Akt der Zivilcourage ist rechtlich jedoch problematisch, da das Übersprühen fremden Eigentums formal als Sachbeschädigung gilt – unabhängig davon, dass es sich um die Beseitigung verfassungsfeindlicher Symbole handelt.

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