Hannover Messe: Deutsche Mittelständler kämpfen in Brasilien gegen China
Deutsche Unternehmen wachsen in Brasilien stark, doch chinesische Konkurrenten holen rapide auf. Ein Handelspakt könnte entscheidend sein – oder zum Nachteil werden.
Brasilien entwickelt sich zum Boom-Markt für deutsche Mittelständler. Besonders bei Infrastruktur-Projekten wie dem Ausbau erneuerbarer Energien und Bahnnetzen sind Unternehmen aus Deutschland gefragte Partner. Das zeigt sich auch darin, dass Brasilien in diesem Jahr Partnerland der Hannover Messe ist – sogar Präsident Lula da Silva wird die Industriemesse besuchen.
Doch der Erfolg wird durch verstärkte Konkurrenz aus China getrübt. Deutsche Zulieferer berichten, dass sie nicht nur gegen chinesische Hersteller antreten, sondern teilweise sogar gegen ihre eigenen Komponenten: In chinesischen Zügen und Maschinen, die nach Brasilien exportiert werden, stecken häufig deutsche Teile, die günstiger in China produziert wurden.
Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit könnte das EU-Mercosur-Abkommen werden. Würde es ratifiziert, würden Importzölle von teils über 30 Prozent entfallen. Das würde deutschen Anbietern einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber China bringen. Bleibt das Abkommen blockiert, verfestigt sich der Nachteil weiter – mit potenziell großen Folgen für den deutschen Mittelstand.