Baden-Württemberg: Massive Kritik nach Aufklärung des Lehrerstellen-Skandals
Ein IT-Fehler hatte jahrelang über 1.000 Lehrerstellen in Baden-Württemberg nicht besetzt, obwohl Mittel dafür vorhanden waren. Der jetzt vorgelegte Untersuchungsbericht stößt auf heftige Ablehnung.
Ein schwerwiegendes Verwaltungsdebakel hat in Baden-Württemberg für erhebliche Aufregung gesorgt: Jahrelang waren Tausende Lehrerstellen offiziell als besetzt ausgewiesen, obwohl sie faktisch vakant waren. Schuld daran war ein technischer Fehler. Erst Mitte 2025 kam das Problem ans Licht. Besonders betroffen waren Förderschulen mit knapp 500 fehlenden Lehrkräften.
Eine nun veröffentlichte Arbeitsgruppe hat den Vorfall untersucht und festgestellt, dass der Fehler bis ins Jahr 2015 zurückreicht. Damals waren etwa 2.480 Stellen fälschlich als besetzt markiert. Die Arbeitsgruppe führt dies auf eine Systemumstellung 2005/2006 zurück. Das Ministerium versichert, alle Fehler seien inzwischen behoben und die Systeme arbeiteten fehlerfrei.
Doch die Opposition und Gewerkschaften sind alles andere als zufrieden. Sie werfen dem Kultusministerium vor, zentrale Fragen seien ungeklärt: Wie genau entstand der Fehler, und wie kann man sicherstellen, dass sich das nicht wiederholt? Die FDP fordert nun die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Der Realschullehrerverband kritisiert die Aufarbeitung als unzureichend.