Bafög-Reform: Ministerin Bär sorgt für Studierenden-Protest
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat mit skeptischen Aussagen zur geplanten Bafög-Reform heftige Kritik von Studierenden ausgelöst. Ihr Kommentar zu fehlenden Studiengebühren wird als realitätsfern kritisiert.
Die Äußerungen von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) zur Bafög-Reform haben für massive Empörung unter Studierenden gesorgt. Die Ministerin hatte am Sonntag in einem Zeitungsinterview erklärt, dass sie nicht mit einer baldigen Umsetzung der Reform rechne und beschrieb die Studiensituation in Deutschland als privilegiert. Sie argumentierte, dass es kein Problem darstelle, wenn Studierende nebenbei arbeiten – schließlich gebe es in Deutschland keine Studiengebühren.
Der Studierendenverband fzs reagierte scharf auf diese Einschätzung. Tatsächlich arbeiten bereits zwei Drittel aller Studierenden neben dem Studium, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Besonders kritisiert wurde, dass Bär offensichtlich ignoriere, wofür Bafög eigentlich gedacht ist: um Chancengleichheit im Bildungssystem zu ermöglichen, damit nicht nur wohlhabende Studierende ein Studium absolvieren können. Die Armutsquote unter Studierenden gehört zu den höchsten aller Bevölkerungsgruppen.
Das Forschungsministerium beteuerte am Sonntag, dass man weiterhin an der Reform arbeite und diese bis Ende Juli ins Kabinett gebracht werden soll. Die geplante Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro sowie weitere Anpassungen sollen zum Wintersemester 2026/27 in Kraft treten. Auch das Deutsche Studierendenwerk kritisierte Bärs Haltung und warnte vor negativen Folgen für die Wählerstimmung junger Menschen.