Aus Trauer wuchs neue Liebe: Zehn Jahre nach dem Bataclan-Attentat
Johannes verlor seine Frau Maud, Floriane ihren Verlobten Renaud beim IS-Terroranschlag im Pariser Bataclan 2015. Heute sind die beiden verheiratet, haben zwei Töchter und haben sich ein neues Leben erkämpft.
Vor zehn Jahren, am 13. November 2015, töteten IS-Terroristen beim Anschlag auf das Pariser Musiktheater Bataclan 89 Menschen während eines Konzerts der "Eagles of Death Metal". Insgesamt starben bei der Anschlagsserie an mehreren Orten in Paris 130 Menschen. Unter den Opfern waren Maud, eine französische Marketing-Managerin, und Renaud, ein Lkw-Mechaniker. Beide waren eng mit überlebenden Partnern verbunden: der deutsche Jurist Johannes und Florianes, damals 27 Jahre alt.
Johannes und Floriane lernten sich vier Wochen nach dem Anschlag in einer Facebook-Gruppe von Betroffenen kennen. Ihre Verbindung entstand aus dem gemeinsamen Trauma, aus dem gegenseitigen Verständnis für das Unbegreifliche. Was zunächst nur ein Grund war, morgens wieder aufzustehen, entwickelte sich über Jahre hinweg zu echter Liebe. 2017 heirateten sie. Seitdem bekamen sie zwei Töchter: Bérénice (7) und Madeline (4).
Heute leben Johannes und Floriane mit ihren Kindern in einem alten Bauernhaus in den Bergen bei Lyon, weit weg von Paris. Die Erinnerungen an Maud und Renaud tragen sie im Herzen – auch in Form einer kleinen Fuchs-Tätowierung von Floriane, denn auf Französisch heißt Fuchs "Renard". Die beiden Überlebenden möchten mit ihrer Geschichte zeigen, dass es möglich ist, nach unvorstellbarem Leid wieder Hoffnung zu finden und ein erfülltes Leben aufzubauen.