Macron fordert EU-Gegenmaßnahmen gegen US-Strafzölle
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Frankreichs Präsident die USA scharf kritisiert. Er fordert die EU auf, ihre wirtschaftlichen Instrumente gegen amerikanische Zolldrohungen einzusetzen.
Emmanuel Macron ist in Davos mit deutlichen Worten gegen die Vereinigten Staaten vorgegangen. Der französische Präsident wirft Washington vor, wirtschaftliche Sanktionen als Druckmittel zur Durchsetzung geopolitischer Ziele einzusetzen – konkret im Streit um Grönland. Diese Vorgehensweise bezeichnete Macron als inakzeptabel und verglich sie mit modernem Kolonialismus.
Der Franzose fordert Brüssel nun auf, eine bislang noch nie gegen die USA angewendete Waffe einzusetzen: das EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung. Damit könnte die Europäische Union auf die von Präsident Trump angedrohten Zusatzzölle reagieren. Deutschland etwa soll ab Anfang Februar mit 10-prozentigen Strafzöllen rechnen. Macron betont, dass die EU starke Instrumente besitze und diese einsetzen müsse, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren.
Parallel kritisierte Macron auch die EU selbst: Europa handle zu langsam und müsse angesichts wachsender globaler Instabilität zusammenrücken. Er setzte dabei auf europäische Stärken wie Rechtsstaatlichkeit und Verlässlichkeit als Gegenpol zur aggressiven amerikanischen Wirtschaftspolitik.