Beim Tanken, Strom & Co.: So kassiert der Staat uns Bürger doppelt ab

Beim Tanken, Strom & Co.: So kassiert der Staat uns Bürger doppelt ab

Abzocke bei Tanken, Strom und Co.: So kassiert der Staat uns Bürger doppelt ab

Fünf Beispiele aus dem Alltag, die wütend machen

Der Staat ist vielfach Kostentreiber bei Strom, Sprit oder Immobilien

Gerade beim Sprit spüren Autofahrer, insbesondere Pendler, die Abzocke jeden Tag

TTS-Player überspringen

Artikel weiterlesen

Berlin – Die Anzeige an der Zapfsäule steigt und steigt – auch wegen der Doppelbesteuerung beim Sprit. Der Staat greift nicht nur hier zweimal zu, sondern auch in anderen Bereichen. Unter anderem betroffen: viele Alltagsprodukte. Und die meisten von uns merken das nicht einmal!

Wie der Trick funktioniert? Zuerst erhebt der Staat auf das Produkt eine spezielle Verbrauchsteuer, etwa auf Energie, Tabak oder Strom. Anschließend wird auf diesen Gesamtpreis noch die Mehrwertsteuer berechnet. Das bedeutet: Der Staat besteuert nicht nur den eigentlichen Preis des Produkts, sondern auch seine eigene Abgabe. Für Verbraucher ist das kaum sichtbar. Die Dimension ist enorm: Rund 66 Milliarden Euro nimmt der Staat jährlich über solche Verbrauchsteuern ein. Durch die zusätzliche Mehrwertsteuer kommen etwa zwölf Milliarden Euro pro Jahr obendrauf.

Für den Staat ein lukratives Zusatzgeschäft – für die Bürger eine versteckte Mehrbelastung.

Hier zahlen die Bürger doppelt Steuern

Tanken. Nehmen wir an, der Verbraucher zahlt an der Zapfsäule pro Liter Benzin 2,20 Euro. Davon gehen 66 Prozent Steuern an den Staat – das entspricht 1,45 Euro.

Zigaretten. Der Steueranteil beträgt 64 Prozent. Bei einer Schachtel für neun Euro kassiert der Staat also 5,76 Euro.

Alkohol. Hier zeigt sich ein ähnliches Bild, etwa bei Sekt: Mehr als ein Drittel des Preises entfällt auf Steuern (ca. 35 Prozent). Bei einer Flasche Sekt für 12 Euro sind das rund 4,20 Euro für den Staat.

Kaffee. Knapp ein Drittel Steuern (rund 27 Prozent) werden fällig. Bei einem Kilopreis von 15 Euro entfallen damit rund 4,05 Euro auf Steuern.

Die Stromabzocke

Beim Strom wird das System besonders deutlich. Mehr als die Hälfte des Preises besteht aus Steuern und Abgaben. Ein Haushalt zahlt im Schnitt rund 565 Euro pro Jahr an den Staat. Besonders brisant: Rund 70 Euro davon entstehen allein durch die „Steuer auf die Steuer“. Insgesamt summiert sich diese Doppelbelastung beim Strom auf etwa 2,5 Milliarden Euro jährlich.

Vor allem kleine Einkommen betroffen

Die Belastung hängt nicht vom Einkommen ab, sondern vom Konsum. Wer wenig verdient, gibt anteilig mehr für Strom, Energie und Alltag aus – und wird stärker getroffen. Hinzu kommt: Deutschland nutzt die Spielräume besonders intensiv. Viele Steuern liegen deutlich über dem EU-Mindestniveau, die Stromsteuer sogar um ein Vielfaches. Eine Entlastung ist nicht in Sicht. Durch die steigenden CO₂-Abgaben wächst die Belastung weiter – jede neue Abgabe wird durch das System zusätzlich verstärkt.

Klage vor dem Bundesverfassungsgericht

Brisant: Das Bundesverfassungsgericht prüft inzwischen genau diese Praxis. Eine Verfassungsbeschwerde gegen die Besteuerung von Energie wurde dort zur Entscheidung angenommen (Az. 1 BvR 1683/25). Wer hinter der Klage steckt, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Klar ist aber: Im Kern geht es um Millionen Verbraucher, die sich gegen die doppelte Belastung wehren. Sollte die Klage Erfolg haben, könnten sie theoretisch die zu viel bezahlten „Steuern auf Steuern“ zurückbekommen.

Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben.

Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

Weiterlesen

Weitere Nachrichten