Anwalt kritisiert ARD-Doku über Jérôme Boateng scharf
Die Familie von Kasia Lenhardt reagiert entsetzt auf die mehrteilige ARD-Dokumentation über Fußballer Jérôme Boateng. Der Familienanwalt nennt das Format "geschmacklos" und "grausam".
Die ARD-Dokumentation "Being Jérôme Boateng" sorgt weiterhin für Kontroversen. Nun hat sich der Anwalt der Familie von Boatengs verstorbener Ex-Freundin Kasia Lenhardt zu Wort gemeldet und übt heftige Kritik an der dreiteiligen Serie. Der Medienrechtler Markus Hennig nennt das Format eine "zynische Inszenierung" und wirft dem Sender vor, einen verurteilten Straftäter zu heroisieren.
Boateng wurde 2024 wegen Körperverletzung gegen die Mutter seiner Kinder rechtskräftig verurteilt. Nach Aussage von Hennigs erlebt die Familie Lenhardts besondere Schmerzen durch die Dokumentation: Kasia Lenhardt starb 2021 im Alter von 25 Jahren durch Suizid. Hennig kritisiert, dass ihr Tod in der Doku als "emotionaler Drehpunkt" für Boatengs Leidensgeschichte missbraucht worden sei. Zudem bemängelt er, dass die Familie eine kritische Stellungnahme eingereicht habe, die in der finalen Fassung nicht berücksichtigt wurde.
Der Anwalt fordert den Sender auf, die Dokumentation zurückzuziehen. Auch kritisiert er, dass die ARD das Signal sende, Gewalt gegen Frauen könne akzeptabel sein, wenn es um prominente Personen gehe. Die ARD hatte die Serie zunächst verteidigt, setzt sich nach eigenen Aussagen aber bislang nicht ernsthaft mit der Kritik auseinander.