Er feierte gerade erst 25. Jubiläum: Beliebter Teleshopping-Sender pleite
Der Teleshopping-Sender feierte gerade Jubiläum. Wenige Tage nach der Party kommt jetzt die Insolvenz
Hannover – Die Bilder wirkten noch so fröhlich: Promis, Glückwünsche, große Partylaune. Erst vor wenigen Tagen feierte der Teleshopping-Sender Channel21 sein 25-jähriges Jubiläum. Doch jetzt folgt die bittere Realität: Insolvenz!
Wie das Amtsgericht Hannover angeordnet hat, läuft seit Kurzem ein vorläufiges Insolvenzverfahren bei der Channel21 GmbH. Damit ist klar: Bei dem beliebten Sender geht es ums Überleben.
200 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeit
Für die rund 200 Beschäftigten ist die Lage besonders dramatisch. Wie es für sie weitergeht, ist völlig offen. Wichtige Entscheidungen dürfen aktuell nur noch mit Zustimmung der vorläufigen Insolvenzverwalterin Dr. Stefanie Zulauf getroffen werden. Die Anwältin soll nun prüfen, ob der Betrieb überhaupt noch zu retten ist.
Moderatorin Ricarda M. (61) ist das Aushängeschild des Teleshopping-Senders
Besonders bitter: Noch vor wenigen Tagen präsentierte sich Channel21 auf Instagram in Feierlaune. Stars wie Tine Wittler und „Big Brother“-Gewinnerin Alida Kurras gratulierten öffentlich. Jetzt ist von Partystimmung nichts mehr zu spüren.
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Gründe für die Insolvenz
Die Insolvenz kommt nicht aus heiterem Himmel. Gründe sind tiefgreifende Veränderungen im Konsumverhalten, ein hoher Wettbewerbsdruck und eine Verschiebung hin zu globalen Online-Plattformen. Ein Problem, das die ganze Branche betrifft. Immer weniger Menschen schauen klassisches Fernsehen, sondern kaufen stattdessen direkt im Internet ein.
Auch Harald Glööckler bot 2016 seine Mode-Kollektion „Pompöös“ auf Channel21 an
Vom RTL-Shop zur Dauerbaustelle
Channel21 hat eine lange und bewegte Geschichte. 2001 startete der TV-Sender noch als „RTL Shop“, mit bekannten Gesichtern wie Walter Freiwald und Harry Wijnvoord. Doch wirtschaftlich lief es nicht rund. Verluste führten 2008 zum Verkauf, später folgten weitere Eigentümerwechsel. Trotzdem blieb der Sender ein fester Bestandteil der Teleshopping-Welt.
Moderator Harry Wijnvoord (hier 2001) pries schon Küchengeräte und Haushaltsgegenstände auf dem Channel21-Vorgänger „RTLShop“ zum Verlauf an
Channel21 ist kein Einzelfall. Erst vor wenigen Wochen musste auch der österreichische Teleshopping-Sender Mediashop Insolvenz anmelden. 2026 entwickelt sich damit zum Krisenjahr für die Branche.
Auch Walter Freiwald (hier 2004) ging in seiner Aufgabe als Teleshopping-Verkäufer auf. Unter anderem brachte er Staubsauger unter die Leute
Teleshopping-Sender wirken für viele wie aus der Zeit gefallen, doch sie schließen bis heute eine Lücke: In den Innenstädten verschwinden immer mehr Geschäfte und mit ihnen die persönliche Beratung. Gleichzeitig wächst online das Angebot ins Unendliche. Wer etwas kaufen will, muss sich selbst durch Bewertungen, Daten und Vergleiche kämpfen. Wen das überfordert, der sucht sein Glück oft im Teleshopping. Produkte werden dort in den Dauerwerbesendungen und Verkaufsshows erklärt und vorgeführt.
Ob Channel21 gerettet werden kann, ist derzeit völlig offen. Die Insolvenzverwalterin wird nun prüfen, ob eine Sanierung möglich ist. Die große Frage bleibt: Ob klassisches Teleshopping überhaupt noch eine Zukunft hat.
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