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Berlin-Mitte: Mohrenstraße heißt jetzt Anton-Wilhelm-Amo-Straße

10. September 2025· Miriam Scholz

Nach jahrelangem Streit hat Berlin-Mitte die Umbenennung einer umstrittenen Straße vollzogen. Die neuen Schilder hängen bereits, die feierliche Enthüllung folgt am Samstag.

Die Mohrenstraße in Berlin-Mitte trägt ab sofort einen neuen Namen: Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Die Straßenschilder sind bereits angebracht, eine offizielle Enthüllung ist für Samstag geplant. Der alte Name stand wegen seiner rassistischen Konnotation seit Jahren in der Kritik, da das Wort "Mohr" Menschen auf ihre Hautfarbe reduziert und als abwertend gilt.

Namensgeber ist Anton Wilhelm Amo, ein Philosoph und Jurist des 18. Jahrhunderts, der an deutschen Universitäten lehrte und forschte und damit Pionierarbeit leistete. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte die Umbenennung bereits 2020 beschlossen und begründet dies mit der diskriminierenden Wirkung des alten Namens auf das Ansehen Berlins. Ein Rechtsstreit mit Anwohnern endete mit der Ablehnung ihrer Klage.

Auch die Bundesministerien, deren Haupteingang sich an der Straße befindet, bereiten sich auf die Adressänderung vor. Briefköpfe, Formulare und digitale Verzeichnisse werden schrittweise angepasst. Die alten Schilder bleiben für sechs Monate durchgestrichen sichtbar, um die Orientierung zu erleichtern.

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