Berlin erhält Yad-Vashem-Straße
Ein Straßenabschnitt neben dem Reichstag wird nach der Holocaustgedenkstätte benannt. Die Umbenennung soll ein Zeichen für den Schutz jüdischen Lebens setzen.
Berlin bekommt eine neue Straße mit historischer Bedeutung: Ein rund 130 Meter langer Teilabschnitt der Dorotheenstraße in unmittelbarer Nähe des Reichstagsgebäudes soll künftig Yad-Vashem-Straße heißen. Die Bau- und Raumkommission des Bundestags hat der Umbenennung zugestimmt.
Der Straßenname bezieht sich auf die weltgrößte Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Mit dieser Benennung im politischen Zentrum Deutschlands wolle man ein sichtbares Zeichen für die Verantwortung gegenüber der Erinnerungskultur setzen, erklärte Kai Diekmann, Vorsitzender des Vereins "Freundeskreis Yad Vashem", der die Initiative vorangetrieben hat. Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) betonte, dass sich damit ein klares Bekenntnis zur Sicherung jüdischen Lebens in Deutschland ausdrücke.
Der westlichste Abschnitt der Dorotheenstraße ist betroffen, die zum Reichstagsgebäude und zum Jakob-Kaiser-Haus führt, in dem viele Abgeordnetenbüros untergebracht sind. Der größere Teil der Straße behält ihren bisherigen Namen, der an die Kurfürstin Dorothea von Brandenburg erinnert.