Trump kritisiert Europa wegen Russland-Ölkäufen
US-Präsident Trump hat europäische Führungspersonen in einem angespannten Telefonat vorgeworfen, russisches Öl zu kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie zu unterstützen. Die EU widersprach und bot Verhandlungen an.
Bei einem Telefongespräch am Donnerstag zwischen US-Präsident Donald Trump und europäischen Regierungschefs kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. Trump warf den Europäern vor, Öl aus Russland zu importieren und damit die Kriegführung des Kremls zu finanzieren. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundeskanzler Friedrich Merz gehörten zu den Gesprächsteilnehmern.
Die europäische Seite betonte darauf hin, dass die Ölimporte aus Russland seit dem Überfall auf die Ukraine drastisch reduziert wurden. Nur Ungarn und die Slowakei beziehen weiterhin russisches Öl. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff warf Europa dennoch vor, über Indien zu Russland-Öl zu kommen. Bei der Diskussion über Sanktionen gegen Russland boten die Europäer an, innerhalb von zwei Tagen Vertreter nach Washington zu entsenden.
Allerdings zweifeln europäische Vertreter laut Berichten daran, dass Trump tatsächlich härtere Sanktionen gegen Russland umsetzen wird. Der US-Präsident hatte bereits mehrfach mit Strafmaßnahmen gedroht, sollte Putin nicht zu Friedensverhandlungen bereit sein – diese Drohungen ließ er jedoch folgenlos verpuffen.