BKA zerschlägt Bombendrohungs-Netzwerk
Das Bundeskriminalamt hat eine überregionale Gruppe ausgehoben, die Hunderte Drohmails an Schulen und Bahnhöfe verschickt haben soll. Polizeieinsätze in vier Bundesländern führten zu Durchsuchungen.
Eine koordinierte Polizeiaktion gegen eine kriminelle Online-Gruppe hat bundesweit Wohnungen durchsucht. Das Bundeskriminalamt und die Frankfurter Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität ermitteln gegen vier Tatverdächtige, darunter zwei Jugendliche. Sie sollen in einer geschlossenen Messenger-Gruppe namens "Schweinetreff" hunderte Bombendrohungen gegen öffentliche Einrichtungen versendet haben.
Die Drohmails führten zu massiven Polizeieinsätzen: Mehrere Einkaufszentren mussten evakuiert werden, Bahnhöfe wurden gesperrt und selbst das MDR-Funkhaus in Magdeburg geräumt. Der entstandene Sachschaden liegt im hohen fünfstelligen Bereich. Psychologische Belastungen bei Schülern und Lehrern sind dokumentiert. Alle bisherigen Drohungen stellten sich als falsch heraus – es gab keine realen Bomben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe gezielt Verunsicherung in der Bevölkerung verursachen wollte. In einigen Fällen täuschten sie einen islamistischen Bezug vor, um Aufmerksamkeit zu generieren. Behördenvertreter betonen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Solche Straftaten haben erhebliche Konsequenzen für die Täter und verursachen immense öffentliche Kosten.