BND-Chef fordert härtere Reaktion auf russische Hybridangriffe
Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes Martin Jäger plädiert dafür, dass Deutschland mit ähnlichen Mitteln auf russische Spionage und Sabotage reagieren sollte. Bisherige Abschreckungsmaßnahmen zeigen nach seiner Ansicht keine Wirkung.
Martin Jäger, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine aktivere deutsche Gegenoffensive gegen russische Sabotage- und Spionageaktivitäten gefordert. Der BND-Chef argumentierte, dass Deutschland deutlich machen müsse, dass solche Operationen Folgen hätten. Nur wenn Russland selbst Konsequenzen spüre, könne Abschreckung funktionieren.
Nach Jägers Aussage steht Russland ein großes Netzwerk zur Verfügung: Bis zu 60.000 Geheimdienstagenten weltweit, dazu tausende kooptierte Personen wie ehemalige Militärs und Beschaffungshelfer. Im Jahr 2025 verzeichnete das Bundeskriminalamt bereits über 3000 mutmaßliche Sabotagefälle. Viele dieser Vorfälle werden russischen Akteuren und deren Telegram-Netzwerken zugeordnet.
Jäger betont, dass der Kampf gegen hybride Kriegsführung nicht allein Sache der Geheimdienste sein kann. Die gesamte Gesellschaft müsse verstehen, dass scheinbar isolierte Anschläge, Sabotagen und Infiltrationsversuche Teil einer koordinierten feindlichen Strategie sind. Ein breites öffentliches Bewusstsein für diese Zusammenhänge sei der erste Schritt zur Widerstandsfähigkeit.