Wenn es in den vergangenen Jahren beim BVB gut lief, wollte jeder der Bosse dafür verantwortlich sein. Wenn dagegen etwas schlecht lief, war meist einer schuld: Sebastian Kehl. Damit ist nach der Trennung vom Sportdirektor bei der Borussia nun Schluss. Ab sofort steht Lars Ricken auf der Lichtung.
Mit der Verpflichtung von Nils-Ole Book als Kehl-Nachfolger hat der Sportgeschäftsführer seine Vorstellungen umgesetzt und geht volles Risiko. Das kann perfekt funktionieren, so wie die Verpflichtung von Vincent Kompany als Bayern-Trainer. Dann sitzt Ricken auf Jahre fest im Sattel und hat alles genau richtig gemacht. Falls nicht, hat er ein Problem. Das auch ihn im schlimmsten Fall den Job kosten kann.
Rickens Zukunft hängt am Book-Erfolg – ab sofort ist der Sportgeschäftsführer verantwortlich für alle Fehler, die passieren. Bei solchen wurde sich bislang gern hinter Kehl versteckt, der meist nur widerwillig für seine Verkäufe gelobt wurde. Das wird mit Book nicht mehr funktionieren. Der bisherige Zweitliga-Manager aus Elversberg muss sich beim Champions-League-Klub Dortmund erst mal zurechtfinden und eine Eingewöhnungszeit bekommen.
Nils-Ole Book (40) ist neuer Sportdirektor bei Borussia Dortmund
Also muss Ricken jetzt in die erste Reihe! Dass seine öffentlichen Auftritte bisher verbesserungswürdig sind, ist im Klub ein offenes Geheimnis. Zumindest seinen BVB-internen Spitznamen dürfte er nach der Blitz-Trennung von Kehl aber los sein: Der „liebe Lars“ passt aktuell wirklich nicht mehr …



