Koalitionsstreit um Haushaltsloch: Union fordert Sparmaßnahmen statt Steuererhöhungen
CDU und CSU wollen die 170-Milliarden-Euro-Lücke im Bundeshaushalt durch Einsparungen schließen. Finanzminister Klingbeil und die SPD setzen hingegen auf höhere Steuern für Spitzenverdiener.
In der schwarz-roten Koalition ist ein grundsätzlicher Konflikt über die Sanierung der Staatsfinanzen entstanden. Während Finanzminister Lars Klingbeil und die SPD Steuererleichterungen für höhere Einkommen ablehnen und stattdessen wohlhabendere Bürger stärker belasten möchten, fordern Unionspolitiker einen rigiden Sparkurs.
Die Kritik der Union zielt auf mehrere Bereiche: CDU und CSU wollen die Wärmepumpen-Förderung reduzieren, die derzeit mit etwa 15 Milliarden Euro jährlich das größte Programm des Klima- und Transformationsfonds darstellt. Zudem sollen Ausgaben beim Bürgergeld gesenkt werden – durch verstärkte Vermittlung von Empfängern in Beschäftigung und strengere Regelungen für Asylzuwanderer. Auch eine umfassende Sozialstaatsreform steht auf der Liste, die vom Renteneintrittsalter bis zu Zugangsvoraussetzungen für Leistungen reichen könnte.
Die Union argumentiert außerdem, dass weniger Subventionen und Bürokratie nötig sind, um Unternehmen zu entlasten und dadurch Wirtschaftswachstum sowie höhere Steuereinnahmen zu generieren. Unionspolitiker kritisieren Klingbeils Forderung nach höheren Steuern als kontraproduktiv für Mittelstand und Wohlstand.