Champions League: FC Liverpool überrennt Galatasaray Istanbul und steht im Viertelfinale

Champions League: FC Liverpool überrennt Galatasaray Istanbul und steht im Viertelfinale
Hugo Ekitike und der FC Liverpool jubilieren
Hugo Ekitike und der FC Liverpool jubilieren

Hugo Ekitike und der FC Liverpool jubilieren


Foto: Jon Super / AP / dpa

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Von Anfang an ging alles schief: Die Partie lief noch keine zehn Minuten, da war für Galatasaray Istanbul schon der schlechtestmögliche Fall eingetreten. Stürmerstar Victor Osimhen hatte sich nach einem Zusammenprall am Arm verletzt und wurde minutenlang behandelt. Danach machte er zwar mit Armverband weiter, passend zu seiner Gesichtsmaske und optisch angsteinflößend. Aber er war nur noch ein Schatten. Nach 45 Minuten musste er aufgeben. In der zweiten Hälfte verletzte sich der für ihn eingewechselte Noah Lang schwer an der Bande hinter dem Tor. Ein Abend, von Anfang an verdorben.

Ergebnis des Spiels: Der FC Liverpool überrennt Galatasaray Istanbul 4:0 (1:0) und zieht nach der 0:1-Hinspielniederlage in der Türkei doch noch souverän ins Viertelfinale ein. Sechs englische Clubs waren für das Achtelfinale qualifiziert gewesen, vier sind auf der Strecke geblieben. Der FC Liverpool und der FC Arsenal, der Meister und der Tabellenführer, haben es überstanden.

Die erste Halbzeit: Vom Endspiel für Trainer Arne Slot war im Vorfeld die Rede, und genau so ging Liverpool es an: wie ein Endspiel. Hoch überlegen von der ersten Minute bis in die Nachspielzeit. Die Führung durch eine clevere Eckballvariante, abgeschlossen von Dominik Szoboszlai, war nur logisch, und hätten sich die Gastgeber nicht im Überbieten von Chancen und Gala-Torwart Uğurcan Çakır sich nicht im Überbieten von sich selbst geübt, dann hätte es schon zur Pause ganz bitter für die Gäste ausgesehen. So retteten sie den Gleichstand nach Hin- und Rückspiel in die Kabine.

Oh Salah: Die Nachspielzeit der ersten Hälfte lief bereits, da erlaubte sich der frühere Kölner Ismail Jakobs ein sehr dummes Einsteigen im eigenen Strafraum gegen Szoboszlai, Elfmeter ganz klar. Und Mo Salah, der endlich die Chance hatte, etwas für sein so angeknackstes Selbstvertrauen zu tun, schoss den schlechtesten Elfmeter der Saison. Flach in die Mitte, kein großes Problem für den Keeper. Salahs Moment kam aber doch noch.

Arne Slot darf sich auch mal freuen

Arne Slot darf sich auch mal freuen


Foto: Umit Bektas / REUTERS

Die zweite Halbzeit: Das rote Überfallkommando machte einfach weiter – und jetzt auch mit dem notwendigen Erfolg. Erst traf der wendige Hugo Ekitiké, dem sie in Frankfurt immer noch nachweinen sollten. Dann legte Ryan Gravenberch zum 3:0 nach. Zwei Minuten später lag der Ball wieder im Netz, aber da half den Türken noch ein Abseitspfiff. Salah machte es kurz danach besser und polierte sein Selbstbewusstsein mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 4:0 auf – sein 50. Treffer in der Champions League. Innerhalb von 15 Minuten entschied Liverpool die Partie.

Liverpools Spieler des Spiels: Dominik Szoboszlai wird diesen Sommer nicht auf dem Fußballplatz verbringen. Die große WM-Bühne findet ohne ihn statt, Ungarn hat sich nicht für das Turnier qualifiziert. Also ist der Club sein Schaufenster, und er zeigt in dieser komplizierten Liverpooler Saison und einem für ihn auch schwierigen Saisonstart mittlerweile, was er kann. Seine Schusstechnik war noch nie so veredelt, sein Einsatz noch nie so unbändig. Virgil van Dijk ist der Kapitän, der Leader ist Dominik Szoboszlai.

Ugurcan Cakir in Action

Ugurcan Cakir in Action


Foto: Martin Rickett / AP

Galatasarays Spieler des Spiels: Ihm wuchsen in der ersten Halbzeit Hände, wo eigentlich keine sind. Uğurcan Çakır hielt alles, was zu halten war, und fast alles, was nicht zu halten war. Dass er auch den Elfmeter von Salah parierte, gehörte zu seinen größten Heldentaten. Ein überragendes Spiel des türkischen Schlussmanns, der erst zu Saisonbeginn von Trabzonspor zu Galatasaray gewechselt war. Es hat nichts geholfen.

Was macht Sané?: Und wieder begann Galatasaray ohne den deutschen Nationalspieler Leroy Sané, der schon im Hinspiel 90 Minuten zusehen durfte. In der zweiten Halbzeit durfte er dann ran, auch weil Osimhen rausmusste. Er blieb unauffällig, und man darf gespannt auf Julian Nagelsmanns verbalen Klimmzug sein, wenn er am Donnerstag die Nominierung des 31-Jährigen für die kommenden Länderspiele begründet.

Florian Wirtz mühte sich

Florian Wirtz mühte sich


Foto: Peter Byrne / Peter / rne / PA Wire / dpa

Was macht Wirtz?: Florian Wirtz vergab Mitte der ersten Halbzeit eine 1904-prozentige Torgelegenheit aus acht Metern Torentfernung. Sonst war er oft am Ball, kurbelte die Partie mit an und verdiente sich ansonsten das Etikett, das mittlerweile so etwas wie der zweite Vorname von Wirtz in Anfield ist: unauffällig.

Wenn nur einer redet: Man kennt es gar nicht mehr. Dass da nur ein Sportjournalist am Mikro sitzt und sich schlicht den Emotionen des Spiels hingibt und das berichtet, was er sieht, ohne TV-Experten an seiner Seite. Ohne das Angekumpel der Doppelmoderation, ohne das Fachchinesisch der Ex-Profis. Einfach ein Reporter, der seine Arbeit macht. David Ploch machte das am Mittwoch bei DAZN so. Und was ganz Verrücktes, liebe Fußballguckerinnen und -gucker von heute: Früher war das immer so.

Erkenntnis des Spiels: Liverpool zog im Vorjahr ganz souverän als Erster der Vorrunde ins Achtelfinale ein und scheiterte als Topfavorit auf den Titel dann früh an Paris Saint-Germain. Jetzt sind sie nur noch Außenseiter und haben das Achtelfinale bravourös gemeistert. Es wartet nun das Team, das sich im Vorjahr anstelle des FC Liverpool den Titel sicherte: Genau, Paris Saint-Germain. Die Gelegenheit zur Revanche liegt auf dem Tisch.

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