Peking. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schüttelt ungläubig den Kopf, als sich die humanoiden Roboter der Firma Unitree vor ihm einen Box-Schaukampf liefern. Er besuchte das Robotik-Start-up im ostchinesischen Hangzhou am zweiten Tag seiner Chinareise.
Für das 2016 gegründete Unternehmen, aber auch für Chinas Staatsführung ist das ein PR-Coup, zumal wohl auch ein Besuch beim deutschen Roboterhersteller Neura Robotics in Hangzhou zwischenzeitlich zur Debatte stand. Aus deutscher Sicht ist der Besuch aus mehreren Gründen heikel.
Zum einen subventioniert der chinesische Staat die Robotikindustrie massiv. Berlin kritisiert Chinas Subventionen als wettbewerbsverzerrend.
Zum anderen treibt die Staatsführung die Verschmelzung ziviler und militärischer Nutzung von Zukunftsindustrien voran. Die Roboterindustrie ist dabei keine Ausnahme.
Videos des Staatssenders CCTV zeigen, wie die Volksbefreiungsarmee einen Roboterhund von Unitree, bestückt mit einer Maschinenpistole, bei gemeinsamen Militärübungen mit Kambodscha, der „Goldenen Drachen 2024“-Übung, eingesetzt hat.
Das US-Verteidigungsministerium hatte Mitte Februar eine schwarze Liste veröffentlicht, in der Unitree und anderen chinesischen Tech-Unternehmen vorgeworfen wird, zur militärischen Entwicklung Chinas beizutragen. Kurz darauf zog das Pentagon die Liste jedoch zurück, wohl um das Verhältnis mit China im Vorfeld des geplanten Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China nicht zu verschlechtern. Potenzielle Geschäftspartner dürfte dies dennoch abschrecken. Unitree beteuert, ein ziviler Hersteller zu sein.



