China und USA gehen vor Handelsgesprächen in Paris aufeinander los

China und USA gehen vor Handelsgesprächen in Paris aufeinander los

Kurz vor neuen Handelsgesprächen hat China eine Untersuchung der US-Regierung zu Überkapazitäten scharf kritisiert und sich Gegenmaßnahmen vorbehalten. Die USA hätten nicht das Recht, »einseitig« festzustellen, ob ein Handelspartner »Überkapazitäten« habe, ​und restriktive Maßnahmen zu ergreifen, teilte das chinesische Handelsministerium am Freitag mit. China prüfe den Vorgang und behalte sich das Recht vor, »alle notwendigen Maßnahmen ‌zur Verteidigung seiner Rechte und Interessen zu ergreifen«.

Die US-Regierung hatte am Mittwoch die Untersuchung angekündigt. Sie richtet sich gegen angebliche Überkapazitäten in der Industrie und gegen Zwangsarbeit. China wurde dabei als eines der Zielländer genannt, darunter auch die EU und Japan. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums wies auch den Vorwurf der Zwangsarbeit am Freitag zurück. Es handele sich um »eine von den USA erfundene ​Lüge«.

Es handelt sich um die sechste Verhandlungsrunde, seit Trump im ​vergangenen Jahr Zollerhöhungen ‌gegen chinesische Produkte verhängt hatte. Die Regierung in Peking reagierte mit eigenen Zöllen und Exportbeschränkungen für wichtige Rohstoffe. Nach einer bei früheren Verhandlungen und einem Gipfeltreffen der Staatschefs Ende Oktober in Südkorea erzielten Einigung hatten beide Seiten die meisten ihrer Handelsmaßnahmen wieder zurückgenommen.

Derweil legt ‌Indien ein geplantes Handelsabkommen mit den USA Insidern zufolge vorerst auf Eis. Grund sei die amerikanische Untersuchung zu Überkapazitäten in der Industrie, sagten vier mit der Sache vertraute Personen. Eine Unterzeichnung des Abkommens könne ‌sich nun um mehrere Monate verzögern. Die indischen Ministerien ​für Handel und Äußeres äußerten sich zunächst nicht zu ‌den Informationen.

Ursprünglich hatte die Regierung in Neu-Delhi erwartet, nach einer grundsätzlichen ‌Einigung im Februar ​bereits im März ein Übergangsabkommen zu unterzeichnen. Trump hatte damals zugestimmt, die hohen US-Strafzölle auf indische Importe zu senken. Im Gegenzug hatte sich Indien ​etwa verpflichtet, die Einfuhr von russischem Öl zu stoppen, Zölle ⁠auf US-Waren zu senken und für 500 Milliarden ​Dollar ​US-Produkte zu kaufen.

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