Handelsspannungen vor Paris-Gesprächen – China und USA im Konflikt
Kurz vor neuen Verhandlungen in Paris werfen sich China und die USA gegenseitig unfaire Handelspraktiken vor. Auch Indien bremst sein Handelsabkommen mit Washington.
Die Spannungen zwischen China und den USA verschärfen sich unmittelbar vor den kommenden Handelsgesprächen in Paris. Das chinesische Handelsministerium kritisiert eine neue US-Untersuchung zu Überkapazitäten in der Industrie scharf und droht mit Gegenmaßnahmen. Nach Ansicht Pekings haben die USA kein Recht, einseitig zu urteilen, welche Länder Überkapazitäten aufweisen, und daraufhin Handelsbeschränkungen zu verhängen.
Die US-Regierung hatte die Untersuchung am Mittwoch gestartet und richtet sie gegen mehrere Länder, darunter China, die EU und Japan. Neben Überkapazitäten sollen auch Vorwürfe der Zwangsarbeit überprüft werden. China weist diese Vorwürfe kategorisch zurück und bezeichnet sie als erfundene Lügen. Damit verschärft sich der Ton zwischen den beiden Wirtschaftsmächten, obwohl sie im Oktober nach Verhandlungen und einem Gipfel die meisten ihrer gegenseitigen Zölle wieder abgebaut hatten.
Auch andere Länder geraten unter Druck: Indien friert sein geplantes Handelsabkommen mit den USA vorerst ein, weil die neue amerikanische Untersuchung zu Unsicherheit führt. Eine für März geplante Unterzeichnung verzögert sich damit um mehrere Monate. Ursprünglich war New Delhi bereit, Zölle zu senken und deutlich mehr US-Produkte zu importieren – im Gegenzug sollte Washington die hohen Strafzölle auf indische Waren reduzieren.