Musterung für junge Männer kommt zurück
Union und SPD haben sich auf ein neues Modell geeinigt: Künftig sollen alle jungen Männer ab 18 Jahren zur Musterung. Der Bundestag muss noch zustimmen – dann folgt die medizinische Überprüfung der Wehrtauglichkeit.
Nach 14 Jahren Pause soll die Musterung in Deutschland wieder eingeführt werden. Darauf haben sich Union und SPD geeinigt. Mit dem geplanten "Bedarfswehrdienst" müssen sich künftig alle männlichen Bürger ab 18 Jahren einer Untersuchung unterziehen. Das Verfahren erinnert an die Zeit vor 2011, als die verpflichtende Musterung ausgesetzt wurde.
Bei der Musterung steht die ärztliche Untersuchung im Mittelpunkt. Dazu gehören Seh- und Hörtests, die Überprüfung von Gelenken sowie eine körperliche Inspektion. Ein besonders bekanntes Element ist die Untersuchung auf Leistenbruch. Außerdem wird anhand des Taillenumfang-zu-Körpergröße-Verhältnisses der physische Zustand beurteilt. Eine Urinprobe zeigt mögliche Erkrankungen wie Diabetes an und dient auch als Drogentest.
Am Ende wird jeder Kandidat in eine Tauglichkeitsstufe eingeteilt – von "voll verwendungsfähig" bis "dauerhaft nicht dienstfähig". Historisch zeigt sich: In den 1960er und 1970er Jahren galten etwa 90 Prozent der Anwärter als tauglich. Dieser Anteil sank später deutlich ab. Der Bundestag muss der Neuregelung noch zustimmen.