Deutsche Börse mit Rekordgewinn – doch Anleger bleiben skeptisch
Der Börsenbetreiber verzeichnet 2025 Höchstgewinne und wächst organisch deutlich. Doch Sorgen um KI-Konkurrenz und politischer Druck auf das Nachhaltigkeitsgeschäft lassen die Aktie einbrechen.
Die Deutsche Börse hat 2025 ihre besten Ergebnisse der Unternehmensgeschichte erreicht. Die bereinigten Nettoerlöse stiegen um neun Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn legte um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. Trotzdem verliert die Aktie massiv an Wert – seit Mai fiel der Kurs um etwa 30 Prozent, das ist der stärkste Einbruch seit der Finanzkrise 2008.
Investoren machen sich vor allem Gedanken um zwei Probleme: Erstens fürchten sie, dass künstliche Intelligenz das lukrative Datengeschäft des Konzerns bedroht. Die Deutsche Börse verharmlost diese Sorgen zwar als übertrieben, doch im Bereich Market Intelligence gingen die Erlöse 2025 bereits um sieben Prozent zurück. Zweitens leidet die Tochter ISS Stoxx unter dem politischen Gegenwind in den USA. Die Trump-Regierung lehnt Nachhaltigkeits- und Diversitätsstandards ab und kritisiert Stimmrechtsberater wie ISS scharf.
Wegen der schwierigen Aussichten für einen Börsengang von ISS Stoxx kauft die Deutsche Börse nun die restlichen 20 Prozent der Tochter vom Finanzinvestor General Atlantic für 1,1 Milliarden Euro auf. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein weiteres Wachstum der Nettoerlöse auf etwa 5,7 Milliarden Euro.