Wirtschaftsforscher warnen vor Einschränkung des Teilzeit-Rechts
Der CDU-Wirtschaftsflügel möchte den Anspruch auf Teilzeitarbeit beschränken. Ökonomen und Gewerkschaften warnen vor massiven Folgen für den Arbeitsmarkt und die Gleichstellung.
Die Forderung der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), das Recht auf Teilzeitarbeit nur noch bei besonderen Gründen wie Kinderbetreuung oder Pflege zu gewähren, ruft Kritik hervor. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden und weist darauf hin, dass viele Vollzeitbeschäftigte gerne ihre Arbeitszeit reduzieren würden.
Arbeitsmarktforscher betonen: Ein großer Teil der Teilzeitbeschäftigten arbeitet nicht freiwillig in reduziertem Stundenumfang. Könnten alle ihre Wünsche nach mehr Stunden umsetzen, entspräche das etwa 1,4 Millionen zusätzlichen Vollzeitstellen. Experten sehen das eigentliche Potenzial stattdessen in besserer Kinderbetreuung und Pflegeangeboten – diese würden Menschen motivieren, mehr zu arbeiten.
Auch innerhalb der CDU gibt es Widerstand. Der Sozialflügel sowie SPD, Grüne und Gewerkschaften kritisieren den Vorschlag scharf. Sie argumentieren, dass der Begriff "Lifestyle-Teilzeit" die Realität vieler Frauen und älterer Arbeitnehmer verzerrt und hart erkämpfte Arbeitnehmerrechte gefährdet würde.