BILD spricht mit deutschen Augenzeugen in Dubai: „Wir wollten zum Essen, da schlug das Ding ein“
Diese Aufnahme zeigt den Moment des Einschlags
Dubai – Am Freitagabend landete der deutsche Tourist Maximilian B. (30) aus Dortmund in Dubai. Eine Woche Urlaub am Golf hatte er gebucht. Am Samstagmorgen wachte er auf und erfuhr aus den Medien, dass in der Golfregion Krieg herrscht. Am Samstagabend wurde der Dortmunder Augenzeuge, als offenbar eine iranische Shahed-Drohne das Fünf-Sterne-Hotel „Fairmont the Palm“ in Dubai traf. Der Deutsche war ganz in der Nähe.
„Es war gegen 18.30 Uhr, wir waren auf der Promenade auf dem Weg zum Abendessen. Dann schlug das Ding ein. Wir waren etwa 300 Meter von dem Einschlag entfernt. Sofort stieg Rauch auf. Einsatzkräfte der Feuerwehr sind zu dem Hotel gerast. Und wir sind zurück in unser Hotel.“
Rauch steigt auf! Diese Aufnahme zeigt das brennende 5-Sterne-Hotel am Hafen von Dubai
BILD erreicht den Deutschen, der mit einem Kumpel nach Dubai gereist ist, am Abend auf seinem Handy.
Der 30-Jährige spricht leise, wirkt gefasst: „Ich sitze in der Lobby unseres Hotels. Hier sind gerade auch die meisten anderen Gäste versammelt. Wir dürften aber auch auf unsere Zimmer gehen. Das Hotelpersonal hat uns allerdings Anweisungen gegeben, nicht aus dem Hotel zu gehen.“
„Keine Todesangst, aber ein ungutes Gefühl“
Fühlt er sich unsicher? Maximilian B.: „Ich habe keine Todesangst, aber ein ungutes Gefühl.“ Der Deutsche weiter: „Wir hatten am Morgen aus den Medien von dem Militärschlag gegen den Iran gelesen. Und es hieß, dass es Gegenschläge des Iran geben könnte. Aber es hieß, dass die Raketen alle abgefangen würden.“
Wie ist die aktuelle Lage vor Ort? B: „In den Straßen ist es ruhig, es fahren sogar wieder Taxis. Wir haben nach dem Einschlag keine Panik mitbekommen. Wir werden den Abend über in der Lobby bleiben, zwischen den anderen Hotelgästen.“
„Die Leute sind in Panik weggerannt“
Auch Leonard W. (30) aus Dortmund wollte gerade zum Essen, als es knallte: „Wir hörten einen Mega-Schlag, eine riesige Detonation nur ein paar Meter hinter uns. Die Leute sind in Panik weggerannt!“ W. dreht sofort um: „Wir wohnen in einem Hotel zwei Gebäude neben dem ,Fairmont’, sind zurück aufs Zimmer und haben einen Notfallrucksack gepackt.“
Als die Luftabwehr begann, auf Flugkörper zu schießen, war der deutsch-afghanische Unternehmer Sharam Gulzad (38) im höchsten Wolkenkratzer der Welt, dem Burj Khalifa (828 Meter). Er sagt BILD am Telefon: „Drinnen lief alles normal weiter, ich bin nur nach Hause gefahren, damit meine Familie nicht alleine ist. Der Verkehr war normal, vielleicht noch ein bisschen ruhiger als sonst am Wochenende.“
Deutscher Moderator sah Raketen aufsteigen
Der deutsche Schlager-Radio-Moderator Andreas Schmidt (54) hat einen weiteren Wohnsitz in Dubai, in der Siedlung „Damac Hills 2“, 35 km entfernt von dem getroffenen Hotel. Er war mit seiner Familie im Park spazieren, als er drei Raketen aufsteigen sah: „Vermutlich von einem 30 km östlich entfernten Militärstützpunkt in den Emiraten.“ Schmidt weiter: „Dann hörten wir dumpfe Schläge und sahen eine Explosion am Himmel. Es wurden wohl drei Angriffsraketen abgeschossen, Trümmerteile landeten in einer Wohnsiedlung.“
Schlager-Radio-Moderator Andreas Schmidt hält sich öfter im Jahre in Dubai auf
Flughafen ist zu
Wie geht es jetzt für deutsche Touristen in Dubai weiter? Maximilian B.: „Wir hatten eine Woche Urlaub gebucht. Eigentlich würden wir jetzt am liebsten so schnell wie möglich zurück nach Hause. Aber wir haben auch schon mitbekommen, dass die meisten Airlines ihre Flüge nach Dubai ausgesetzt haben. Es wird wohl nichts mit einer vorzeitigen Rückkehr.“
Sharam Gulzad bestätigt: „Wer aus Dubai raus will, muss das Auto nehmen. Der Flughafen ist zu. Der in Oman arbeitet noch, dort müsste man hinfahren.“
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