Deutschland zwischen den Weltmächten: Außenpolitik unter Druck
Die Bundesregierung kämpft mit multiplen Krisen gleichzeitig. Experten zweifeln, ob Deutschland noch handlungsfähig ist – trotz neuer Sicherheitsstrukturen.
Berlin. Deutschlands Außenpolitik gerät zusehends unter Druck. Das erste Jahr der Schwarz-Rot-Koalition war von Fehleinschätzungen geprägt und zeigt: Das Land muss sich in einer Welt voller Konflikte neu positionieren. Die jüngsten Spannungen mit den USA unter Donald Trump verdeutlichen die Schwierigkeiten – nachdem Kanzler Friedrich Merz die iranische Führung kritisierte, reagierte Trump mit Truppenrückzügen aus Deutschland und zusätzlichen Strafzöllen.
Besonders auffällig ist die institutionelle Zersplitterung der Außenpolitik. Neben Kanzleramt und Außenministerium sind auch Finanz-, Wirtschafts-, Verteidigungs- und Entwicklungsressort involviert. Obwohl eine neue Nationale Sicherheitsrat gegründet wurde, bleibt die Koordination ein Dauerproblem. Außenminister Johann Wadephul versuchte nun, den Ton gegenüber Washington zu moderieren – ein Kurswechsel zur früheren Kritik Merz'.
Fachleute warnen: In einer Krisenwelt mit schrumpfenden Reaktionszeiten könnte sich Deutschland als weniger handlungsfähig erweisen als nötig. Fünf Problemfelder sollen künftig im Fokus stehen.