Drogenbeauftragter warnt vor Verlagerung des Drogenhandels nach Deutschland
Hendrik Streeck befürchtet, dass härtere US-Maßnahmen gegen südamerikanische Drogenkartelle zu neuen Schmuggelrouten über Deutschland führen könnten. Die Lage auf dem deutschen Drogenmarkt verschärfe sich ohnehin bereits.
Deutschlands Drogenbeauftragter Hendrik Streeck äußert Besorgnis über mögliche Auswirkungen der US-amerikanischen Drogenbekämpfungspolitik. Das verstärkte Vorgehen der Trump-Administration gegen Kartelle in Südamerika könnte nach Einschätzung Streecks zu einer Verschärfung der Situation in Deutschland führen – statt sie zu entspannen.
Nach Angaben des CDU-Politikers entwickeln Drogenbanden bei massivem Druck schnell Ausweichstrategien: neue Transportrouten, alternative Transitländer und teilweise noch potentere chemische Ersatzstoffe. Für Deutschland bedeute dies eine erhöhte Gefahr durch verstärkte Schmuggel-Aktivitäten auf See- und Landwegen sowie illegale Vertriebsstrukturen im Internet.
Streeck mahnt zudem zur Vorsicht bei der Bewertung von Trumps Militäreinsatz in der Karibik. Zwar wurden nach US-Angaben über 30 Menschen getötet, doch legten die Amerikaner bislang keine Nachweise vor, dass die Ziele tatsächlich Drogenschmuggler waren. Kritiker bezeichnen die Angriffe als völkerrechtswidrig.
Parallel warnt der Drogenbeauftragte vor einer sich zuspitzenden Krise auf dem deutschen Drogenmarkt: Kokain und synthetische Drogen seien massiv verfügbar, während die Preise für Kokain sinken – eine Entwicklung, die den Zugang für mehr Menschen erleichtert und damit das Risikopotential erhöht.